Wenn’s in den kleinen Gefäßen klemmt

Medizin und Markt Autor: Manuela Arand

Eine mikrovaskuläre Angina braucht Symptomkontrolle. © iStock/Leylaynr

Bei Patienten mit Angina pectoris findet sich oft keine substanzielle Koronarstenose. Dann liegt ein mikrovaskuläres Geschehen nahe, wobei sich KHK und Mikroangiopathie nicht ausschließen.

Heute werden vier Formen der Mikroangiopathie unterschieden. Beim Typ 1 liegt weder eine Herzmuskelerkrankung noch Koronarobstruktion zugrunde, sondern eine Dysfunktion von Endothel und glatter Gefäßmuskulatur. Von zentraler Bedeutung sind hier die strenge Einstellung aller Risikofaktoren und die symptomatische Therapie.

So auch bei einer mehrfach gestenteten Patientin mit Brustenge und Belastungsdyspnoe, die Professor Dr. Harald Darius vom Vivantes Klinikum Berlin-Neukölln vorstellte. Troponin, CK und Bildgebung wiesen nicht auf eine akute Ischämie hin. Die Berliner Kollegen intensivierten also die lipidsenkende und antihyperglykämische Therapie, bis sie LDL-Cholesterin und HbA1c gut eingestellt hatten. Gegen die pektanginösen Symptome verordneten sie leitliniengerecht Ranolazin (Ranexa®), was den Thoraxdruck deutlich reduzierte und die Alltagskompetenz erheblich verbesserte.

Bei pektanginösen Beschwerden sollten Ärzte im Blick behalten, dass auch mikrovaskuläre Funktionsstörungen gravierende Symptome verursachen können, die adäquat behandelt werden sollten. Bei therapierefraktären Beschwerden empfahl Prof. Darius die Überweisung an ein spezialisiertes Zentrum zur erweiterten Funktionsdiagnostik.

Quelle: Symposium „Abenteuer Diagnose: Welches Imaging für meine Patienten mit Brustschmerz?“ im Rahmen der 85. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie; Veranstalter: Berlin-Chemie