Akupunktur linderte typische Beschwerden der Wechseljahre

Autor: Dr. Alexandra Bischoff

Gegen die unangenehmen Symptome in den Wechseljahren sollte öfter mal mit der Nadel zugestochen werden. © iStock/eyecrave

Gegen Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und Co. werden die Nadeln gezückt. Klimakterische Symptome lassen sich mitsamt Haut- und Haarproblemen durch zehn Minuten Akupunktur behandeln.

Wechseljahresbeschwerden kann man durch eine Hormontherapie in den Griff bekommen. Doch viele Frauen suchen nach Alternativen, um z.B. die erhöhten Risiken thromboembolische Ereignisse zu umgehen. Eine solche Option böte die Akupunktur. Bisherige Studien zur Wirksamkeit der fernöstlichen Heilmethode bei Frauen in den Wechseljahren haben aber aufgrund methodischer Schwächen nur wenige überzeugt, schreiben Dr. Kamma S. Lund und Kollegen von der Universität Kopenhagen.

In ihrer randomisierten Kontrollstudie untersuchten die Wissenschaftler, wie sich Kurzakupunktur im Rahmen der hausärztlichen Versorgung auf mittlere bis schwere klimakterische Symptome auswirkt.

Weniger Symptome bereits nach drei Wochen

Insgesamt 70 Patientinnen aus neun dänischen Hausarztpraxen wurden per Los entweder der Interventions- oder der Kontrollgruppe zugeteilt. Erstere erhielten einmal wöchentlich über fünf Wochen eine standardisierte Therapie (insgesamt acht Akupunkturpunkte). Die zehnminütigen Sitzungen wurden von Hausärzten durchgeführt, die durchschnittlich seit 14 Jahren Wes­tern Medical Acupuncture prak­ti­zierten. Im Kontrollarm verzichtete man auf eine Schein-Behandlung, um einen möglichen Placeboeffekt zu vermeiden. Die einzelnen Symptome wurden anhand des MenoScore-Fragebogens (11 Skalen) erfasst.

Bereits nach drei Wochen Kurz­akupunktur litten die Frauen im Gegensatz zur Kontrollgruppe deutlich weniger unter Hitzewallungen. Auch andere Beschwerden wie Tag- und Nachtschweiß, allgemeines Schwitzen, Schlafstörungen, emotionale Verletzlichkeit sowie Haut- und Haarprobleme verbesserten sich. Nach sechs Wochen gaben 80 % der Frauen an, dass ihnen die Behandlung geholfen habe.

Quelle: Lund KS et al. BMJ Open 2019; 9: e023637