Bronchiektasie erweitert die Kosten

Autor: Kathrin Strobel

Bronchiektasie-Patienten sind um ein Drittel teurer. © iStock/ModernNomads; iStock/comotion_design

Krankhafte Ausbuchtungen der Bronchien gelten in Deutschland als unterdiagnostiziert. Dennoch ist die finanzielle Belastung, die sie verursachen, enorm.

Die Gesamtausgaben, die für einen Versicherten mit Bronchiektasen pro Jahr anfallen, sind um 31 % höher als die von Kontrollpatienten ohne krankhaft erweiterte Bronchien. Das ergab eine Drei-Jahres-Studie mit 231 neu diagnostizierten Bronchiektasie-Patienten und 685 in Bezug auf Alter, Geschlecht und Komorbiditäten vergleichbaren Kontrollen.

Für die Studie hatten Professor Dr. Roland Diel vom Institut für Epidemiologie an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel und Kollegen die Daten von fast fünf Millionen in Deutschland gesetzlich krankenversicherten ausgewertet.

Mehr Antibiotika und hohe Krankenhauskosten

Krankenhauskosten machten 35 % der Gesamtsumme aus und waren bei den Erkrankten um 56 % höher. Unter anderem lässt sich das durch die Dauer der Aufenthalte erklären: Im Schnitt verbrachten Bronchiektasie-Patienten knapp fünf Tage mehr im Krankenhaus.

Zudem fielen fast 5-mal höhere Summen (414 Euro) für antibiotische Behandlungen an. Die Mortalität innerhalb der drei Jahre lag bei 26,4 % im Vergleich zu 10,5 % in der Kontrolle. Bei Bronchiektasie-Patienten mit zusätzlicher COPD stieg die Mortalität auf 36 %.

Quelle: Diel R et al. Eur Respir J 2019; 53: 1802033