COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung)
Was ist COPD? – Definition und Formen der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung
Die COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) ist charakterisiert durch eine chronische Atemwegsobstruktion, die nach der Gabe von Bronchodilatatoren zwar vorübergehend, jedoch nicht vollständig reversibel ist.
Sie ist mit einer abnormen Entzündungsreaktion auf eingeatmete Partikel und Gase assoziiert. In Europa steht dabei Zigarettenrauch mit Abstand an erster Stelle – 80 % der an einer COPD erkrankten Menschen sind aktive Raucherinnen bzw. Raucher oder haben früher über einen längeren Zeitraum stark geraucht.
Die Erkrankung verläuft progredient mit zunehmender Einschränkung der Lungenfunktion. Im Verlauf kann es zu einem Lungenemphysem mit irreversibler Erweiterung und Destruktion der Lufträume distal der terminalen Bronchiolen kommen.
ICD-10-Code J44.99 (COPD):
ICD10-Code: J44.99: Sonstige chronische obstruktive Lungenkrankheit, nicht näher bezeichnet FEV nicht näher bezeichnet
Risikofaktoren für die Entwicklung einer COPD sind:
Genuine Risikofaktoren (COPD):
genetische Prädisposition (z. B. Alpha−1−Proteaseinhibitor−Mangel)
bronchiale Hyperreaktivität
Störungen des Lungenwachstums, Frühgeburtlichkeit
Erworbene Risikofaktoren (COPD):
inhalativer Tabakkonsum (aktiv und passiv)
Exposition gegenüber berufsbedingten Stäuben
Belastung durch allgemeine Luftschadstoffe
häufige Atemwegsinfektionen in der Kindheit
Im Jahr 2019 waren in Deutschland 8,5 % der Frauen und Männer ab 45 Jahren von einer COPD betroffen, mit dem Alter steigt die Prävalenz auf 10,3 % bei Personen über 80 Jahren. Die COPD ist nicht heilbar. Weltweit ist sie die vierthäufigste Todesursache.
Typische Symptome und Krankheitsverlauf bei COPD
Die Leitsymptome der COPD sind:
chronischer Husten (anfangs meist morgens, später auch tagsüber)
zäher Auswurf
Dyspnoe (Atemnot) (zunächst bei Belastung, später auch in Ruhe)
evtl. thorakales Engegefühl und pfeifende Atemgeräusche
in späteren Stadien evtl. Gewichtsabnahme und Hypoxie
Akute Exazerbation:
Bei einer Exazerbation handelt es sich um eine akute, schubartige Verschlechterung der Symptome (Atemnot, Husten und/oder Auswurf) im Verlauf. Die Veränderung geht über die üblichen Tagesschwankungen hinaus und erfordert eine Anpassung der medikamentösen Behandlung. Exazerbationen treten vor allem in den Stadien III und IV der COPD und gehäuft in der kalten Jahreszeit auf. Auslöser sind oft bakterielle oder virale Infekte, aber auch Luftverunreinigung.
Systemische und extrapulmonale Begleiterscheinungen
Bei COPD ist nicht allein die Lunge betroffen – es gibt auch signifikante extrapulmonale Effekte z. B. auf das Herz-Kreislauf-System, die Skelettmuskulatur und den Stoffwechsel, die zum Schweregrad der Erkrankung beitragen können.
Diagnose – Wie eine COPD festgestellt wird
Bei der Anamnese sollten neben Abfragen der typischen Symptomatik auch folgende Faktoren erfasst werden:
Rauchgewohnheiten („pack-years“) inkl. E-Zigaretten etc.
inhalative Belastungen am Arbeitsplatz
Zahl der Exazerbationen pro Jahr
Lungenerkrankungen in der Familie
Gewichtsabnahme
Körperliche Untersuchung (COPD)
In frühen Krankheitsstadien ist die körperliche Untersuchung oft unauffällig. In späteren Stadien lassen sich dann ggf. folgende Veränderungen nachweisen:
Giemen, Pfeifen und Brummen
verlängerte Expirationsdauer
Zeichen der chronischen Lungenüberblähung (z. B. abgeschwächtes Atemgeräusch, leise Herztöne, Fassthorax, inspiratorische Einziehungen im Bereich der Flanken)
Zeichen der Sekretansammlung im Anhusteversuch
zentrale Zyanose
Trommelschlegelfinger
Konzentrationsschwäche und verminderte Vigilanz
Gewichtsverlust oder Kachexie
periphere Ödeme
indirekte Zeichen der pulmonalen Hypertonie (z. B. präkordiale Pulsationen, betonter Pulmonalklappenschlusston, Trikuspidalklappeninsuffizienz mit Systolikum über dem 3. bzw. 4. ICR rechts parasternal)
Zeichen der Rechts- oder Linksherzinsuffizienz
Die körperliche Leistungsfähigkeit kann ggf. anhand der 6-Minuten-Gehstrecke (6MWD) erfasst werden.
Laboruntersuchungen bei COPD
Prinzipiell wird bei COPD einmalig eine Untersuchung auf einen Alpha-1-Antitrypsin-Mangel empfohlen. Das gilt vor allem für jüngere (< 50 Jahre) sowie nichtrauchende COPD-Patientinnen und -Patienten.
Bei Exazerbationen sollten folgende Parameter bestimmt werden:
BSG
Blutbild
CRP im Serum
Apparative Diagnostik (Spirometrie, Pulsoxymetrie, Bildgebung) bei COPD
Spirometrie
Relevante Parameter:
Einsekundenkapazität (forciertes exspiratorisches Volumen in der 1. Sekunde, FEV1)
forcierte Vitalkapazität (FVC)
Tiffeneau-Index (FEV1/FVC)
Zunächst wird spirometrisch der Tiffeneau-Index bestimmt:
FEV1/FVC ≥ 0,7 – COPD unwahrscheinlich
FEV1/FVC < 0,7 – möglicherweise COPD
Bei Werten < 0,7 schließt sich ein Reversibilitätstest an, bei dem die Patientin/der Patient einen Bronchodilatator erhält, meist ein kurz wirksames β2-Sympathomimetikum (SABA, z. B. bis zu 400 μg Salbutamol). 15 bis 30 Minuten nach der Inhalation erfolgt eine erneute Messung. Liegt der Tiffeneau-Index noch immer < 0,7, gilt eine COPD als bestätigt.
Ggf. können weitere Lungenfunktionsprüfungen wie Ganzkörperplethysmografie (zur Beurteilung des Atmungswiderstands) und die Bestimmung der Diffusionskapazität für Kohlenmonoxid (DLCO) erfolgen. Letztere gibt Auskunft über die Sauerstoffaufnahme.
Blutgasanalyse
Erniedrigung des arteriellen Sauerstoffpartialdruckes (PaO2) zeigt eine respiratorische Partialinsuffizienz an
Erhöhung des arteriellen CO2-Partialdruckes (PaCO2 > 45 mmHg) spricht für respiratorische Globalinsuffizienz
Pulsoxymetrie (Messung der Sauerstoffsättigung)
Erniedrigte SaO2-Werte verweisen auf eine Hypoxämie
Cave: Hyperkapnie kann übersehen werden
Bildgebende Diagnostik (Röntgenthorax, Echokardiografie)
Ein Röntgenthorax sollte initial zum Ausschluss von Differenzialdiagnosen und im Verlauf zum Nachweis von Emphysemblasen erfolgen.
Bei Verdacht auf ein Cor pulmonale sollte eine Echokardiografie durchgeführt werden.
Differenzialdiagnosen: Abgrenzung der COPD von Asthma und anderen Atemwegserkrankungen
Von einer COPD abzugrenzen sind insbesondere andere Ursachen einer chronischen Atemwegsobstruktion.
Bronchiolitis obliterans
Die meisten Patientinnen und Patienten mit chronischem Husten und Auswurf entwickeln keine COPD – man spricht dann von einer nichtobstruktiven chronischen Bronchitis („simple chronic bronchitis“).
Bei chronischem Husten muss u. a. auch an folgende Differenzialdiagnosen gedacht werden:
Bronchialkarzinom
Chronische Rhinosinulsitis
Bei chronischer Dyspnoe sollte man an diese Differenzialdiagnosen denken:
Linksherzinsuffizienz
Trainingsmangel
Hyperthyreose
Metabolische Azidose
Bei Patientinnen und Patienten mit akuter Verschlechterung der Dyspnoe und Husten (z. B. im Rahmen einer Exazerbation) müssen auch andere Ursachen abgeklärt werden:
Pneumothorax
Pleuraerguss
Arrhythmien
Thoraxtrauma
Stadieneinteilung nach GOLD-Klassifikation
COPD-Schweregrade nach FEV₁‑Wert: Klassifikation der Lungenfunktion (Tabelle):
Die Einteilung in COPD-Schweregrade erfolgt anhand der nach Bronchodilatation gemessenen FEV1-Werte (% des Sollwertes) in einem stabilen Krankheitsstadium:
Stadium | FEV1 (Sollwert = 100%) |
GOLD 1 (leicht) | ≥ 80 % vom Soll |
GOLD 2 (moderat) | 50–79 % vom Soll |
GOLD 3 (schwer) | 30–49 % vom Soll |
GOLD 4 (sehr schwer) | < 30 % vom Soll |
GOLD-Report 2026: Zusätzliche Einteilung nach ABE-Schema (Tabelle):
Die Lungenfunktionsparameter sagen nicht unbedingt etwas über die Symptombelastung und das Exazerbationsrisiko aus. Im aktuellen GOLD-Report 2026 (Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease) wird daher zusätzlich die Einteilung nach dem ABE-Schema empfohlen:
Gruppe | Exazerbationshäufigkeit |
A | 0 Exazerbationen im Vorjahr |
B | 0 Exazerbationen im Vorjahr |
E | ≥ 1 moderate oder schwere Exazerbation im Vorjahr |
Bei der Einstufung und für die Wahl der Therapie spielen außerdem die Werte im Modified Medical Research Council (mMRC) und Chronic Airway Assessment Test (CAAT) eine Rolle.
Behandlung der COPD – medikamentöse Therapieoptionen
Die Pharmakotherapie ermöglicht eine Linderung der Beschwerden, eine Besserung von körperlicher Leistungsfähigkeit und Lebensqualität und/oder eine Verminderung der Exazerbationsfrequenz. Die Progression der Erkrankung kann dadurch nach heutigem Wissen nicht aufgehalten werden.
Zur Verfügung stehen (Auswahl):
SABA = kurz wirksame β2-Sympathomimetika (z. B. Salbutamol)
LABA = lang wirksame β2-Sympathomimetika (z. B. Formoterol)
LAMA = lang wirksame muskarinische Acetylcholin-Rezeptorantagonisten (z. B. Umeclidiniumbromid, Tiotropium)
ICS = inhalative Kortikosteroide
OCS = orale Kortikosteroide
Biologika (Antikörper, z. B. Dupilumab)
Bei der Wahl der COPD-Therapie spielen folgende Aspekte eine Rolle:
individuelle Beurteilung der Symptomatik
Exazerbationsrisiko gemäß ABE-Schema
Eosinophilenzahl im peripheren Blut
COPD-Vorbehandlungen
Patientinnen und Patienten mit COPD bekommen oftmals mehrere Medikamente, z. B. LABA+LAMA+ICS. Viele benötigen als Basis sowohl eine Erhaltungstherapie (Controller), die sie regelmäßig anwenden, als auch eine Bedarfstherapie (Reliever).
Zur Steigerung der Adhärenz eignen sich Inhalatoren, die mehrere Medikamente enthalten (Single Inhaler). Aus Klimaschutzgründen ist bei geeigneten Patientinnen und Patienten einem Pulverinhalator der Vorzug gegenüber einem Dosieraerosol zu geben.
Biologika sind derzeit nur bei nicht ausreichend kontrollierter COPD als Add-on zur Erhaltungstherapie zugelassen.
Behandlung der COPD – nichtmedikamentöse Therapie
Körperliches Training ist ein zentraler Bestandteil in der Langzeittherapie von COPD-Patientinnen und -Patienten. Es kann zur Steigerung der körperlichen Belastbarkeit und Lebensqualität führen und die Exazerbationsrate senken. Eine Tabakentwöhnung ist in jedem Fallanzustreben (siehe Kapitel Prävention).
Weitere Therapiemaßnahmen umfassen:
Schulung (möglichst in strukturierten und evaluierten Programmen)
Physiotherapie (Reduktion der Atemarbeit und Erleichterung der Sekreteliminierung)
Ernährung (Vermeidung von Unter- und Mangelernährung)
Rehabilitation (stationär, teilstationär oder ambulant)
Langzeitsauerstoff- und Heimbeatmung
Langzeitsauerstofftherapie (LTOT): indiziert bei einem arteriellen Sauerstoffpartialdruck (PaO2) ≤ 55 mmHg – bei Cor pulmonale bereits < 60 mmHg; Anwendungsdauer mind. 16 Stunden pro Tag
Heimbeatmung: Nichtinvasive intermittierende (nächtliche) Beatmung über Nasen- oder Nasen-Mund-Maske nach Ausschöpfung aller anderen konservativen Behandlungsmöglichkeiten
Invasive und interventionelle Therapie bei fortgeschrittener COPD
Haben Betroffene trotz optimaler medikamentöser Behandlung weiterhin schwere Symptome, kommen in Abhängigkeit von strukturellen Merkmalen der Lunge, Begleiterkrankungen und einer Risiko-Nutzen-Abwägung chirurgische bzw. bronchoskopische Eingriffe in Betracht.
Bullektomie
Die Bullektomie ist indiziert bei großen Emphysemblasen, die mehr als ein Drittel eines Lungenflügels einnehmen und das benachbarte Lungenparenchym komprimieren.
Lungenvolumenreduktion
Bei sorgfältig ausgewählten, geeigneten Patientinnen bzw. Patienten kann eine chirurgische oder bronchoskopische Resektion von Lungengewebe (bevorzugt von stark emphysematös veränderten Lungenarealen) in spezialisierten Zentren erwogen werden.
Lungentransplantation
Die Lungentransplantation ist eine Möglichkeit für Erkrankte mit schwerem Lungenemphysem nach Ausschöpfung aller anderen Therapiemaßnahmen. Eine immunsuppressive Therapie ist lebenslang erforderlich. Die Auswahl der Patientinnen und Patienten erfolgt durch spezialisierte Zentren.
Prävention und Früherkennung – Wie sich das Risiko für COPD reduzieren lässt
Wichtigste Maßnahme zur Prävention der COPD und zum Aufhalten der Progredienz ist der Rauchverzicht bzw. die Raucherentwöhnung. Unterstützt werden können Betroffene durch:
verbale Intervention (bei jeder Beratung)
Raucherentwöhnungsprogramme (Gruppe)
Apps zur Unterstützung eines Rauchstopps
Nikotinpflaster oder -kaugummi
Medikamente wie Bupropion, Vareniclin
Die Tabakentwöhnung mithilfe von E-Zigaretten wird derzeit kontrovers diskutiert.
Weitere Maßnahmen zur Prävention von COPD und Exazerbationen
bei beruflichen Noxen: Arbeitsplatzhygiene
Schutzimpfungen zur Vermeidung von Atemwegsinfekten (Influenza, Pneumokokken, RSV, SARS-CoV-2)
Akute COPD-Exazerbation – was man im Notfall tun kann
Bei einer COPD kann es immer wieder zu einer akuten Verschlechterung der Symptome kommen. Eine solche Exazerbation kann lebensbedrohlich sein, weshalb jeder COPD-Erkrankte wissen sollte, was im Ernstfall zu tun ist.
Wie man eine COPD-Exazerbation erkennt
Anzeichen einer COPD-Exazerbation sind:
Husten: häufiger, stärker
Schleim: mehr, deutlich zäher und gelb-grün
Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder Fieber
Die Verschlechterung kann akut oder schleichend auftreten. Wenn sie länger als 24 Stunden anhält: Ärztin oder Arzt aufsuchen!
Wie man sich bei einer plötzlichen Exazerbation verhalten sollte
Ruhe bewahren
atemerleichternde Haltung einnehmen (Kutschersitz)
Lippenbremse einsetzen
2 Hübe des atemerweiternden Notfallmedikaments nehmen
10–15 Minuten abwarten
danach den Notarzt rufen: Telefon 112
Die Verschlechterung kann akut oder schleichend auftreten. Wenn sie länger als 24 Stunden anhält: Ärztin oder Arzt aufsuchen!
COPD FAQ: Was für Patientinnen und Patienten wichtig ist
Was ist COPD genau und wie entsteht die Erkrankung?
Eine COPD ist eine fortschreitende Erkrankung der Lunge, bei der die Atemwege dauerhaft entzündet und verengt sind (Atemwegsobstruktion). Im weiteren Verlauf kann es zu einem Lungenemphysem kommen. Die Symptome einer COPD können mit Medikamenten und anderen Behandlungen wie z. B. Atemtherapie gelindert werden. Heilbar ist die Erkrankung jedoch nicht. Häufigste Ursache der COPD ist starkes Rauchen.
Eine COPD ist eine fortschreitende Erkrankung der Lunge, bei der die Atemwege dauerhaft entzündet und verengt sind (Atemwegsobstruktion). Im weiteren Verlauf kann es zu einem Lungenemphysem kommen. Die Symptome einer COPD können mit Medikamenten und anderen Behandlungen wie z. B. Atemtherapie gelindert werden. Heilbar ist die Erkrankung jedoch nicht. Häufigste Ursache der COPD ist starkes Rauchen.
Eine COPD ist eine fortschreitende Erkrankung der Lunge, bei der die Atemwege dauerhaft entzündet und verengt sind (Atemwegsobstruktion). Im weiteren Verlauf kann es zu einem Lungenemphysem kommen. Die Symptome einer COPD können mit Medikamenten und anderen Behandlungen wie z. B. Atemtherapie gelindert werden. Heilbar ist die Erkrankung jedoch nicht. Häufigste Ursache der COPD ist starkes Rauchen.
Welche Symptome treten typischerweise bei COPD auf?
Die Leitsymptome bei COPD sind Atemnot, chronischer Husten und Auswurf (AHA-Symptome). Die Atemnot, auch Dyspnoe genannt, tritt zunächst nur bei körperlicher Anstrengung auf, später auch in Ruhe.
Was sind die häufigsten Ursachen und Risikofaktoren für COPD?
Die häufigste Ursache für eine COPD ist langjähriges Rauchen. Daneben gibt es weitere Risikofaktoren wie die Belastung durch Stäube am Arbeitsplatz (v. a. Quarzstaub), Luftschadstoffe und häufige Atemwegsinfektionen in der Kindheit. Außerdem spielen „angeborene“ Risikofaktoren eine Rolle, darunter Alpha-1-Antitrypsin-Mangel und Frühgeburtlichkeit.
Welche Rolle spielt das Rauchen bei der Entstehung und dem Verlauf von COPD?
80 % der an einer COPD erkrankten Menschen sind aktive Raucherinnen bzw. Raucher oder haben früher über einen längeren Zeitraum stark geraucht. Die Rauchdosis lässt sich anhand der Packungsjahre (pack years) einschätzen. Dafür multipliziert man die Jahre, in denen geraucht wurde, mit der Anzahl Packungen à 20 Zigaretten. Durch einen Rauchstopp lässt sich das Fortschreiten der Erkrankung möglicherweise verlangsamen. Damit die Rauchentwöhnung gelingt, können Patientinnen und Patienten auf Unterstützung zurückgreifen, darunter Verhaltenstherapie, Medikamente und digitale Apps.
Wie unterscheidet sich COPD von Asthma bronchiale?
Ein Asthma beginnt häufig schon in der Kindheit. Bei Betroffenen reagieren die Bronchien auf Reize wie Allergene, kalte Luft, Atemwegsinfekte oder körperliche Belastung. Die anfallsartige Verengung der Atemwege führt zu Atemnot. Durch Sprays, die bronchienerweiternde Medikamente (Bronchodilatatoren) enthalten, können die Symptome rasch gelindert werden. Zwischen den Anfällen sind Betroffene häufig beschwerdefrei.
Die COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) hingegen tritt erst im Erwachsenenalter auf und wird meist durch jahrelanges Rauchen verursacht. Die Verengung der Atemwege besteht bei einer COPD dauerhaft. Symptome wie chronischer Husten, Auswurf und Atemnot können durch das Inhalieren von Bronchodilatatoren zwar vorübergehend gebessert werden, bilden sich aber nicht vollständig zurück.
Was ist eine Exazerbation?
Bei einer COPD im fortgeschrittenen Stadium kommt es manchmal zu einer akuten Verschlechterung der Symptome, insbesondere der Atemnot. Eine derartige Situation wird Exazerbation genannt. Sie tritt vor allem im Winter auf. Ursachen von Exazerbationen sind vor allem Atemwegsinfekte (Erkältungen, Grippe), starke Luftverschmutzung und Medikamente, die die Atmung dämpfen können (z. B. Schlafmittel). Auch ein Herzleiden und andere Begleiterkrankungen können eine Exazerbation auslösen.
Leitlinien:
GOLD-Report 2026 der Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease: https://goldcopd.org/wp-content/uploads/2026/01/GOLD-REPORT-2026-v1.3-8Dec2025_WMV2.pdf
S3-Leitlinie „Nationale VersorgungsLeitlinie COPD“: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/nvl-003
S2k-Leitlinie „Fachärztliche Diagnostik und Therapie der COPD“: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/020-006
S3-Leitlinie „Rauchen und Tabakabhängigkeit: Screening, Diagnostik und Behandlung“: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/076-006
S2k-Leitlinie „Klimabewusste Verordnung von Inhalativa“: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/053-059
Patienteninformation:
AWMF online, PDF-Dokument mit Patienteninformationen: https://register.awmf.org/assets/guidelines/Nationale_Versorgungs-Leitlinie/nvl-003ki1_S3_COPD_2021-09.pdf
Lungen Informationsdienst, Helmholtz Munich in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Lungenforschung (DZL): https://www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/copd/grundlagen
Deutsche Atemwegsliga e.V.: https://www.atemwegsliga.de/informationsmaterial-COPD.html
Patienten-Bibliothek, COPD-Broschüre: https://www.copd-deutschland.de/images/patientenratgeber/patientenbroschueren/copd-fruehzeitig-erkennen.pdf
Bundesärztekammer, Patienteninformationen: https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/_old-files/downloads/kip-copd-exazerbation-baek.pdf
Quellen:
https://goldcopd.org/wp-content/uploads/2026/01/GOLD-REPORT-2026-v1.3-8Dec2025_WMV2.pdf
https://register.awmf.org/assets/guidelines/nvl-003l_S3_COPD_2026-02.pdf