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Brustkrebs-Prognose durch Flüssigbiopsie

Autor: Dr. Judith Lorenz

Auf die Menge der zirkulierenden Tumor-DNA kommt es an, die man bei der Flüssigbiopsie findet. Auf die Menge der zirkulierenden Tumor-DNA kommt es an, die man bei der Flüssigbiopsie findet. © iStock/undefined
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Die Liquid Biopsy ist in der Onkologie auf dem Vormarsch. So könnte die im Blutstrom zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA) beispielsweise Hinweise für die individuelle Prognose beim Mammakarzinom geben.

Sowohl gesunde als auch entartete Zellen geben infolge von Nekrose- und Apoptoseprozessen beständig Genfragmente in den Blutkreislauf ab. Da liegt es nahe, die zirkulierende Tumor-DNA zu analysieren. Mit dem Ergebnis dieser Untersuchung, so das Konzept der Liquid Biopsy, lassen sich dann Aussagen zur Entität des Tumors, zur Prognose und zu einer möglichen Therapie der Erkrankung machen.

Proben von 739 erkrankten Frauen analysiert

Dass bei Frauen mit Mammakarzinom die im Blutstrom zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA) tatsächlich mit der Krankheitsprognose korreliert, berichtet ein Team irischer Wissenschaftler um ­Carolyn ­Cullinane von der Cork University. Die Forscher hatten für ihre Metaanlyse die Daten aus acht Kohortenstudien ausgewertet, bei denen Blutproben von insgesamt 739 Brustkrebs­patientinnen auf die charakteristischen Bruchstücke der Tumor-Erbsubstanz untersucht worden waren.

Unterm Strich gingen höhere Spiegel zirkulierender ctDNA mit einer mehr als vierfach erhöhten Wahrscheinlichkeit (­Hazard ­Ratio 4,44) für ein kürzeres krankheitsfreies Überleben der Betroffenen einher. Dieser Zusammenhang scheint sowohl für Frauen mit einem Karzinom im Frühstadium (HR 8,32) zu gelten als auch bei lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Brusttumoren (HR 1,91).

Erhöhte ctDNA-Plasmaspiegel in Proben, die vor Beginn einer chirurgischen oder onkologischen Behandlung genommen worden waren, korrelierten den Autoren zufolge deutlich und statistisch signifikant mit einer schlechten Prognose (HR 3,30). Ob Ähnliches auch für die Krankheitsphase nach Beginn einer Behandlung (HR 8,17) gilt, lässt sich anhand der zur Verfügung stehenden Daten nicht mit Sicherheit sagen, schreiben die Wissenschaftler. Es fehlt an statistischer Signifikanz.

Mittels Überwachung der zirkulierenden Tumor-DNA-Plasmaspiegel, so das Fazit der Autoren, dürfte sich das Therapieansprechen von Mammakarzinompatientinnen abbilden lassen. Präklinische Tumorrezidive bzw. einen Krankheitsprogress könne man so frühzeitig erkennen.

Quelle: Cullinane C et al. JAMA Netw Open 2020; 3: e2026921; DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2020.26921

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