COPD: Wie gefährlich ist die Einnahme von Cannabinoiden bei älteren Patienten?

Autor: Maria Fett

Die Einnahme von synthetischen Cannabinoiden ist bei älteren COPD-Patienten mit einer erhöhten Sterberate assoziiert. Die Einnahme von synthetischen Cannabinoiden ist bei älteren COPD-Patienten mit einer erhöhten Sterberate assoziiert. © iStock/MysteryShot
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Synthetische Cannabinoide wie Nabilon und Dronabinol erhöhen womöglich das Sterberisiko bei älteren COPD-Patienten. Vorsicht ist daher angebracht.

Trotz ihrer Erkrankung lassen es sich immer mehr COPD-Patienten nicht nehmen, auch zu Cannabinoiden zu greifen. Allen voran Ältere. Ärzte sollten daher die Nebenwirkungen für diese Personengruppe explizit im Blick behalten. In einer aktuellen Analyse der Daten von mehr als 4000 Patienten ab 66 Jahren stellte sich nämlich heraus, dass der Einsatz von Nabilon oder Dronabinol mit einer um 64 % erhöhten Sterberate verbunden war.

Ältere Konsumenten mit COPD müssen zwar nicht generell mit mehr Hospitalisationen rechnen. Aber wie sooft macht die Dosis das Gift: Wer die nicht-psychoaktiven Substanzen in größeren Mengen einnahm, trug ein fast dreifach erhöhtes Risiko, wegen der COPD oder einer Pneumonie im Krankenhaus zu landen. Das allgemeine Mortalitätsrisiko bei hohem Verbrauch lag mehr als dreimal höher als bei Patienten, die bisher auf synthetische Cannabinoide verzichtet hatten.

Quelle: Vozoris NT et al. Thorax 2020; DOI: 10.1136/thoraxjnl-2020-215346