Anzeige

Krebserkrankung Couchpotatos sterben früher

Autor: Dr. Judith Lorenz

Sportlich aktive Personen hatten ein um 66 % geringeres allgemeines sowie ein um 68 % geringeres krebsspezifisches Sterberisiko. Sportlich aktive Personen hatten ein um 66 % geringeres allgemeines sowie ein um 68 % geringeres krebsspezifisches Sterberisiko. © iStock/fizkes
Anzeige

Krebspatienten sollten regelmäßig Sport treiben und möglichst nur wenige Stunden am Tag sitzen, denn ein bewegungsarmer Alltag reduziert ihre Lebenserwartung.

Langes Sitzen und zu wenig Sport sind bei Krebspatienten gewichtige Faktoren für eine Lebenszeitverkürzung. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler um Chao Cao von der Washington University School of Medicine in St. Louis. Für ihre prospektive Kohortenstudie werteten sie Daten von 1.535 Krebsüberlebenden aus.

Mortalität um bis zu 68 % verringert

Die im Schnitt 65 Jahre alten US-Amerikaner hatten zwischen 2007 und 2014 im Rahmen des „National Health and Nutrition Examination Survey“, der in regelmäßigen Abständen den Gesundheits- und Ernährungszustand von Erwachsenen und Kindern in den USA abbildet, Angaben zu ihrer körperlichen Aktivität gemacht. Rund 60 % der Befragten verbrachten mehr als sechs Stunden pro Tag im Sitzen, 57 % hatten in der Vorwoche keinerlei Sport getrieben und 16 % hatten sich weniger als 150 Minuten bewegt. Die Auswertung der Mortalitätsstatis­tik im Verlauf von bis zu neun Jahren Nachbeobachtungszeit ergab: Sportlich aktive Personen hatten ein um 66 % geringeres allgemeines sowie ein um 68 % geringeres krebsspezifisches Sterberisiko. Wer pro Tag länger als acht Stunden im Sitzen verbrachte, hatte dagegen ein rund doppelt so hohes allgemeines und krebsspezifisches Sterberisiko als bei nur vierstündigem Sitzen.

Die ungünstigste Überlebensprognose stellten die Forschenden bei Personen fest, die sowohl pro Tag länger als acht Stunden saßen als auch gar nicht oder unterdurchschnittlich aktiv waren: Ihre allgemeinen bzw. krebsspezifischen Mortalitätsrisiken stiegen um die Faktoren 5,4 bzw. 4,7.

Diese Beobachtungen sind besorgniserregend, so die Autoren. Weitere Studien müssten nun klären, wie belastbar die postulierten Zusammenhänge sind und welche Verhaltensempfehlungen daraus abgeleitet werden können.

Quelle: Cao C et al. JAMA Oncol 2022; DOI: 10.1001/jamaoncol.2021.6590

Anzeige