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Demenz: Gemeinsames kognitives Training fürs Gedächtnis

Autor: Dr. Barbara Kreutzkamp

Gruppentraining scheint zu helfen, ebenso alternative Ansätze wie Virtual Reality. Gruppentraining scheint zu helfen, ebenso alternative Ansätze wie Virtual Reality. © iStock/Cecilie_Arcurs
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Digitaler Kopfsport ist Metaanalysen zufolge vor allem bei gesunden sowie kognitiv leicht eingeschränkten Senioren wirksam. Die besten Effekte sind zu erwarten, wenn ein- bis dreimal pro Woche in Gruppen trainiert wird.

Zur Prophylaxe sowie zur unterstützenden Therapie bei leichteren demenziell bedingten Einbußen oder Demenz eignen sich Aufgaben zur Besserung von Gedächtnisleistung, Aufmerksamkeit oder Problemlösen. Das kognitive Training zielt darauf ab, u.a. die Gedächtnisleistung zu verbessern, die Motivation zu steigern oder Tricks zu erarbeiten, um bereits vorhandene Defizite auszugleichen.

Eine Metaanalyse, in der die Effektivität von computergestützten Angeboten untersucht wurde, schlüsselt die Wirkung bei verschiedenen Zielgruppen auf. Danach zeigte ein Kognitionstraining am Computer bei Demenzpatienten insgesamt keine signifikanten Effekte. Innovative Angebote, die über eine virtuelle Realität arbeiten, schnitten aber etwas besser ab als die traditionellen Methoden.

Vielversprechender waren die Trainingsergebnisse bei Probanden mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen. Hier gelang es, z.B. Arbeitsgedächtnis, verbales Lernen, verbales Gedächtnis, Aufmerksamkeit und psychosoziale Funktionen etwas zu verbessern. Auch bei kognitiv gesunden älteren Personen liegen die Effekte im kleinen bis moderaten Bereich.

Die Trainingsfrequenz für Letztere liegt optimalerweise bei ein- bis dreimal pro Woche. Wer von seinen Senioren verlangt, viermal oder öfter zu üben, bringt sie unter Umständen schnell an ihre Motivationsgrenze, schreibt Agnies Marczak vom Institut für Studien zur Psychischen Gesundheit in Mannheim. Gruppentraining schien einem Einzeltraining überlegen. Das könnte an einem zusätzlichen Motivationsschub liegen, der sich möglicherweise daraus ergibt, dass Erfolge und Probleme mit anderen geteilt werden können sowie direkte Vergleiche untereinander möglich sind.

Nicht möglichst viel behalten, sondern das Wesentliche

Ein Problem der bisherigen Angebote ist allerdings, dass sich der Erfolg aus dem Training oft nicht auf den Alltag der Patienten überträgt. Grund dafür könnte sein, dass man sich bisher zu stark auf das Arbeitsgedächtnis fokussierte. Entwickelt werden deshalb neue Ansätze, die auf die Übung der selektiven Aufmerksamkeit fokussieren. Der Patient muss nicht mehr versuchen sich so viel zu merken wie möglich, sondern lernt, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, indem er Störreize ausblendet. Belastbare Studienergebnisse mit diesem Ansatz gibt es derzeit aber nur für 20- bis 30-Jährige, für Ältere stehen sie noch aus, so die Demenzexpertin.

Quelle: Marczak A. Nervenheilkunde 2019; 38: 809-812; DOI: 10.1055/a-0998-5432


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