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Der Kreuzband-OP folgt meist das Karriere-Aus

Autor: Dr. Barbara Kreutzkamp

Nur selten schaffen die Sportler es nach einem Kreuzbandriss wieder langfristig auf den Platz. Knieprobleme bleiben auch nach einer OP. Nur selten schaffen die Sportler es nach einem Kreuzbandriss wieder langfristig auf den Platz. Knieprobleme bleiben auch nach einer OP. © wikimedia/Hellerhoff; wikimedia/Ageekgal
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Fast zwei Drittel der Fußballer stehen gut ein Jahr nach Kreuzbandrekonstruktion wieder auf dem Feld. Sechs Jahre später sieht es ganz anders aus.

Orthopäden um Professor Dr. Robert H. Brophy, Washington University School of Medicine, St. Louis, beobachteten aktive Fußballspieler nach einer Revi­sionsrekonstruktion des vorderen Kreuzbandes im Schnitt 6,4 Jahre lang. Neben dem Risiko für weitere Operationen interessierte die Wissenschaftler, wie schnell die Athleten zu alter Form zurückkehrten.

62 % der Verletzten konnten im Schnitt 9,6 Monate nach dem Eingriff wieder auf dem Platz stehen. Dabei unterschieden sich Männer (70 %) nicht signifikant von den Frauen (56 %). Insgesamt 12 % mussten sich einer erneuten Kreuzband-OP unterziehen, wobei Spielerinnen häufiger betroffen waren. Eine von fünf Fußballerinnen unterzog sich einem weiteren Eingriff, bei den Männern war es nur einer von 20. Mit 5,6 % riss das Implantat zudem etwa gleich häufig bei beiden Geschlechtern.

Nach sechs Jahren spielt nur noch jeder Fünfte

Der schnellen Genesung folgte in den meisten Fällen allerdings Ernüchterung. Nach durchschnittlichen 6,4 Jahren konnten lediglich 19 % der Kreuzbandoperierten ihrer Karriere aktiv nachgehen. 72 % mussten die Fußballschuhe aufgrund anhaltender Knieprobleme an den Nagel hängen.

Ein Vorderer Kreuzbandriss in der Magnetresonanztomographie. Ein Vorderer Kreuzbandriss in der Magnetresonanztomographie. © wikimedia/Hellerhoff
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