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Achtsamkeitstraining Entspannt bis in die Spitzen

Autor: Sabine Mattes

Die eintretende Entspannung ist nicht an den Haaren herbeigezogen, oder etwa doch? Die eintretende Entspannung ist nicht an den Haaren herbeigezogen, oder etwa doch? © iStock/Deagreez
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Die stressreduzierte Wirkung von Achtsamkeitstrainings lässt sich erstmals objektiv messen – mittels Haaranalyse.

Beim Achtsamkeitstraining werden sozio-kognitive Fähigkeiten (z.B. Mitgefühl, Dankbarkeit, Aufmerksamkeit) durch unterschiedliche Verhaltens- und Meditationstechniken gefördert. Den Erfolg dieser Methode zur Stressreduktion belegen verschiedene Studien, deren Ergebnisse i.d.R. jedoch auf subjektiven Einschätzungen per Fragebogen beruhen. Diese Art der Datenerhebung bietet großen Raum für Verzerrungen, da den Teilnehmern das Therapieziel bereits während der Studie bekannt ist.

Ein objektiveres Ergebnis versprachen sich Wissenschaftler zweier Max-Planck-Institute von einer Haaruntersuchung. Denn in den Kopfhaaren lagert sich Cortisol ein, das als Indikator für die Stressbelastung gilt. Während eines neunmonatigen Achtsamkeitstrainings ermittelten die Forscher alle drei Monate bei jedem Studienteilnehmer die Menge des Stresshormons in den obersten drei Zentimetern der Haare. Bei der ersten Untersuchung zeigte sich bereits ein leichter Effekt. Nach sechs Monaten war das Cortisol-Level durchschnittlich um 25 % gesunken und blieb im letzten Analyseabschnitt in etwa gleich. Das Training fand an sechs Tagen pro Woche statt und dauerte jeweils 30 Minuten. Die genauen Inhalte scheinen für das Ergebnis unbedeutend zu sein. Um die gewünschte Wirkung zu erzielen, sei es vielmehr wichtig, ausreichend lange dabeizubleiben, erklären die Forscher.

Quelle: Puhlmann LMC et al. Psychosom Med 2021; 83: 894-905; DOI: 10.1097/PSY.0000000000000970

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