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Krebs (Ex-)Raucher zum CT-Screening schicken

Autor: Maria Weiß

Das Screeningprogramm müsste insgesamt zugänglicher gemacht werden. (Agenturfoto) Das Screeningprogramm müsste insgesamt zugänglicher gemacht werden. (Agenturfoto) © iStock/RealPeopleGroup
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Über ein Lungenkrebsscreening bei Risikopersonen sollen Karzinome früher erkannt und den Patienten damit bessere Überlebenschancen ermöglicht werden. Aktuelle Real-Life-Daten aus den USA unterstützten die bisher nur durch kontrollierte Studien gestützte Hypothese.

2013 wurde in den USA das Lungenkrebsscreening mittels Low-Dose-CT für (Ex-)Raucher zwischen 50 und 80 Jahren eingeführt. Dr. Alexandra Potter von der Abteilung für Thoraxchirurgie am Massachusetts General Hospital in Boston und Kollegen haben retrospektiv untersucht, ob sich in den Jahren danach tatsächlich ein Wechsel hin zu niedrigeren Tumorstadien und besseren Überlebenschancen gezeigt hat. Sie analysierten die Daten von ca. 690.000 Krebspatienten zwischen 55 und 80 Jahren, bei denen zwischen dem Januar 2010 und Dezember 2018 ein NSCLC diagnostiziert worden war.

Bis 2013 lag der Anteil der Patienten mit einem Stadium-I-NSCLC bei 27,8–29,4 %. Zwischen 2014 und 2018, also nach der Einführung des Screenings, war für dieses Stadium ein deutlicher Anstieg zu beobachten (30,2 vs. 35,5 %). Damit einher ging ein sichtbarer Überlebensvorteil: Zwischen 2010 und 2013 lag das Gesamtüberleben noch bei 15,8–18,1 Monaten, im Verlauf nahm die Überlebenszeit jedes Jahr um 11,9 % zu. Am Ende des Studienzeitraumes betrug sie 28,2 Monate.

Screening muss für alle Gruppen zugänglich sein

Dabei zeigten sich allerdings deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen. Bei Weißen sowie Personen, die aus Gebieten mit hohem durchschnittlichem Einkommen und guter Bildung kamen, wurde der Lungenkrebs 2018 überwiegend im Stadium I diagnostiziert. In der nicht-weißen Bevölkerung und bei Menschen, die aus schwierigen sozialen Verhältnissen kamen, war dagegen die Diagnose eines Stadium-IV-Tumors wahrscheinlicher. Dies mache deutlich, dass noch viel getan werden müsse, um das Screeningprogramm insgesamt zugänglicher zu machen, so die Autoren.

Quelle: Potter AL et al. BMJ 2022; 376: e069008; DOI: 10.1136/bmj-2021-069008

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