Genetische Beratung in der Praxis

Autor: Alisa Ort/Björn Lindenau

Humangenetik will gelernt sein! Daher sind auch weitere Fortbildungen schon fest in Planung. © fotolia/phonlamaiphoto

Wer eine fachgebundene genetische Beratung in seiner Praxis anbieten möchte, braucht gemäß Gen­diagnostik-Gesetz eine Zusatzqualifikation. Ein neues Fortbildungs­angebot, das auf dem Diabetes Kongress erstmalig angeboten wurde, coachte die Teilnehmer für die notwendige Prüfung durch die Ärztekammern.*

Molekulargenetische Befunde gewinnen zunehmend Praxisrelevanz, ist sich der Vorsitzende der AG Molekularbiologie und Genetik des Diabetes (MOGED) der DDG, Professor Dr. Klaus Badenhoop, Universitätsklinikum Frankfurt a.M., sicher. Vor diesem Hintergrund bot die MOGED in Zusammenarbeit mit der Synlab Akademie für ärztliche Fortbildung im Rahmen des Diabetes Kongresses 2018 das eintägige Curriculum „Grundlagen der Humangenetik und humangenetische Untersuchungen bei Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen und Herz-Gefäß-Erkrankungen“ an. „Der Auffrischungskurs soll die Teilnehmer in die Lage versetzen, gezielt Indexpatienten einem molekulargenetischen Screening zu unterziehen, die weitere Diagnostik und Therapie zu stratifizieren und darüber hinaus zu entscheiden, welche präsymptomatischen Verwandten von einer solchen Diagnostik profitieren“, erklärte Prof. Badenhoop.

Der erste Teil der Fortbildung behandelte die theoretischen und gesetzlichen Grundlagen sowie die Methoden der humangenetischen Beratung und Diagnostik.

Diagnose, Risikostratifizierung und Therapieplanung

Nach der Mittagspause wurde anhand anschaulicher Kasuistiken aus verschiedenen Fachgebieten die Bedeutung genetischer Untersuchungen für Diagnose, Risiko­stratifizierung und Therapieplanung erläutert. Dabei lag der Fokus nicht nur auf diabetologischen Erkrankungen wie MODY und endokrinologischen Krankheiten wie z.B. endokrinen Tumoren oder Morbus Cushing. Auch Themen verwandter internistischer Fachgebiete wurden umfassend dargestellt, darunter Hyperlipidämien, Gerinnungsstörungen und Herzerkrankungen.

„Das Feedback der Teilnehmer war durchweg positiv und auch die Anmeldungen haben unsere Erwartungen übertroffen, daher ist eine Fortführung dieses neuen Fortbildungsangebots fest in Planung“, gab Prof. Badenhoop in Aussicht. Der Kurs wurde von der Ärztekammer Berlin mit acht Fortbildungspunkten der Kategorie A zertifiziert.

*Weitere Infos und Termine können bei den jeweiligen Ärztekammern eingeholt werden.