HIV-Infektion mit Antikörpern besiegen?

Autor: Dr. Dorothea Ranft

Nur zwei Probanden entwickelten Resistenzen gegen die Antikörper. © iStock.com/amphotora

Eine Antikörper-Therapie könnte laut einer Pilotstudie manchem HIV-Infizierten die antiretrovirale Behandlung ersparen.

Teilnehmer waren 15 HIV-Patienten, die zwei Bedingungen erfüllten: Ihre Viruslast musste sich mit antiretroviraler Therapie (ART) unter der Nachweisgrenze befinden und sie durften keine Resistenzen gegen die getesteten Antikörper 3BNC117 und 10-1074 aufweisen. Die Probanden erhielten Infusionen mit den beiden breit neutralisierenden Anti-HIV-Antikörpern, die also nicht nur spezifisch für einzelne Stämme sind. Zwei Tage später setzten sie ihre ART ab. Drei und sechs Wochen danach folgten erneute Antikörperinfusionen.

Bei neun von elf Patienten, die bis zum Ende der Studie durchhielten, blieb das Virus auch ohne ART supprimiert – im Schnitt 15 Wochen lang. In zwei dieser Fälle ließ sich das Virus sogar über die gesamte 30-wöchige Studienphase kontrollieren. Die restlichen zwei Teilnehmer entwickelten Resistenzen und es kam zum Rückfall innerhalb von 12 Wochen nach Absetzen der ART.

Angesichts dieser Ergebnisse sind die Forscher voller Hoffnung, dass eine dauerhafte HIV-Suppression mit breit wirksamen Antikörpern gelingen kann, Patienten für eine größere Studie werden schon rekrutiert.

Quelle: Mendoza P et al. Nature 2018; 561: 479-484