IDH-Mutationen bei AML: Beachten Sie die Varianten!

Autor: Friederike Klein

Je nach Mutationsvariante fällt die Prognose aus. © iStock/ktsimage

Veränderungen im IDH-Gen gibt es einige. Wie sie sich hinsichtlich des Outcomes unterscheiden, wurde für die AML genauer betrachtet.

Bei akuter myeloischer Leukämie (AML) haben Subtypen der IDH-Mutationen unterschiedliche Effekte auf die Prognose. Das ergab eine Analyse der Daten von 5213 Patienten mit neu diagnostizierter AML, die an prospektiven Studien teilgenommen hatten.

Privatdozent Dr. Friedrich Stölzel, Universitätsklinikum Dresden, berichtete, dass bei 446 Patienten eine IDH1-Mutation identifiziert wurde. Die häufigsten Varianten: R132C (44 %) und R132H (41 %). Eine IDH2-Mutation zeigten 608 Patienten. Hier waren R140Q (77 %) und R172K (19 %) die Spitzenreiter.

Zwischen den Subgruppen fanden sich deutliche Unterschiede: Patienten mit R132C-IDH1-Mutation waren älter, ihre Leukozytenzahlen niedriger, eine intermediäre oder Hochrisikozytogenetik häufiger und NPM1- oder FLT3-ITD-Mutationen seltener als bei Patienten mit R132H. Dadurch sank die Rate des Komplettansprechens, was in einer deutlich schlechteren Prognose resultierte.

Bei den IDH2-Varianten ging R172K mit niedrigeren Leukozytenzahlen und einer häufiger intermediären bzw. Hochrisikozytogenetik sowie weniger FLT3-ITD- und NPM1-Mutationen einher als R140Q. Hier war die Prognose für für R172K aber günstiger. Dr. Stölzel sieht in den Befunden eine wichtige Messlatte für die Studien zu den in Entwicklung befindlichen IDH-Inhibitoren

Quelle: DGHO-Jahrestagung 2019