Im eigenen Saft: Saunieren für ein gesundes Herz-Kreislauf-System

Autor: Dr. Judith Lorenz

Vier bis sieben Saunagänge pro Woche senken das kardiovaskuläre Risiko um 77 %. © fotolia/Robert Kneschke

Wie gesund Saunieren ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Finnische Wissenschaftler haben den Effekt unterschiedlicher Schwitzgewohnheiten in einer prospektiven Bevölkerungsstudie untersucht.

Saunabaden fördert nachweislich die kardiovaskuläre Gesundheit: Es senkt den Blutdruck und schützt vor Schlaganfällen. Tanjaniina­ Laukkanen­ vom Institute of Public Health and Clinical Nutrition an der University of Eastern Finland in Kuopio und ihre Kollegen sind nun der Frage nachgegangen, ob sich das auch auf das Sterberisiko auswirkt.

1600 Finnen über 15 Jahre beobachtet

Hierzu befragten die Wissenschaftler mehr als 1600 Männer und Frauen aus Finnland im Alter zwischen 53 und 74 Jahren zu ihren Saunagewohnheiten. Dann prüften sie, wie viele der Studienteilnehmer im Verlauf der folgenden 15 Jahre an einer kardiovaskulären Erkrankung starben.

Unabhängig vom Geschlecht nahm das Mortalitätsrisiko mit steigender Anzahl der Saunabesuche pro Woche ab – auch nach Berücksichtigung potenzieller Einflussvariablen wie körperliche Aktivität und Vorerkrankungen. Im Vergleich zu Personen, die nur einmal pro Woche in die Sauna gingen, hatten Personen mit zwei bis drei beziehungsweise vier bis sieben Saunabesuchen ein um 25 beziehungsweise 77 % geringeres Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben.

Ferner hing die Schutzwirkung von der Dauer ab: Wer pro Woche länger als 45 Minuten schwitzte, hatte ein um 43 % geringeres Sterberisiko als Personen mit einer Nutzungsdauer von weniger als 15 Minuten.

Feuchtigkeit, Temperatur, Dauer und Regelmäßigkeit

Neben der Dauer und der Regelmäßigkeit spielen auch die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit eine Rolle, fanden die finnischen Kollegen heraus. Die Sauna sollte 80–100 °C warm sein und die relative Luftfeuchtigkeit 10–20 % betragen. Um das individuelle Herz-Kreislauf-Risiko umfassend abzubilden, so das Fazit der Forscher, sollten neben den etablierten Risikoparametern auch die Saunagewohnheiten erfasst werden. Allerdings seien weitere Untersuchungen erforderlich, um die Ergebnisse der Studie zu bestätigen.

Quelle: Laukkanen T et al. BMC Med 2018; 16: 219