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Falschmeldungen für Krebskranke Jeder dritte Social-Media-Beitrag ist unseriös

Autor: Sabine Mattes

In der Untersuchung zeigte sich, dass 65 der 200 Beiträge (32,5 %) falsche Informationen enthielten, die in 50 Fällen sogar potenziell gefährlich waren. In der Untersuchung zeigte sich, dass 65 der 200 Beiträge (32,5 %) falsche Informationen enthielten, die in 50 Fällen sogar potenziell gefährlich waren. © iStock/alexsl
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Dass in Social Media viel Unsinn verbreitet wird, ist bekannt. Wenn falsche Meldungen zu Krebstherapien kursieren, kann das mitunter gefährlich werden.

Auf der Suche nach Austausch und Information tummeln sich viele Krebspatienten in sozialen Netzwerken. Was ihnen dort begegnet, ist häufig nicht nur fachlich fragwürdig, sondern im Hinblick auf Therapieentscheidungen sogar gefährlich. Dr. Skyler Johnson vom Huntsman Cancer Institute der University of Utah und seine Kollegen wollten wissen, wie gravierend das Ausmaß der falschen Behauptungen tatsächlich ist.

Falschmeldungen erregen viel mehr Aufmerksamkeit

Die Forscher wählten aus verschiedenen Social-Media-Kanälen insgesamt 200 Beiträge aus – jeweils die 50 beliebtesten zu Brust-, Prostata-, Lungen- und Darmkrebs. Ein Gremium von unabhängigen Krebsspezialisten prüfte diese auf Wahrheitsgehalt und Gefährdungspotenzial. Es zeigte sich, dass 65 der 200 Beiträge (32,5 %) falsche Informationen enthielten, die in 50 Fällen sogar potenziell gefährlich waren. Alarmierend sind die Ergebnisse der Untersuchung auch aus einem weiteren Grund: Offensichtlich bekommen Falschmeldungen deutlich mehr Aufmerksamkeit als evidenzbasierte Informationen, bei potenziell gefährlichen Inhalten war der Unterschied sogar signifikant.

Mehr Krebstote durch alternative Therapien

Aus früheren Forschungsprojekten wisse er, so Dr. Johnson, dass die Mortalität unter Patienten, die alternativen Behandlungsansätzen folgen, höher sei als bei konventioneller, evidenzbasierter Therapie. Er rät dazu, Patienten auf die Problematik von sozialen Netzwerken aus medizinischer Sicht hinzuweisen und ihnen das Gespräch über alles, was ihnen dort begegnet, aktiv anzubieten. Auf diese Weise könne man sie vor eigenmächtigen Entscheidungen bewahren, die unter Umständen den Therapieerfolg und ihre Überlebenschancen schmälern.

Quellen:
1. Johnson SB et al. J Natl Cancer Inst 2021; DOI: 10.1093/jnci/djab141
2. Pressemitteilung University of Utah

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