Jeder Vierte im mittleren Alter hat eine Osteopenie

Autor: Maria Weiß

Wird nicht rechtzeitig gegen die Osteopenie vorgegangen, kann sich daraus im späteren Verlauf eine Osteoporose entwickeln. © iStock/CreVis2

Im besten Alter zwischen 35 und 50 Jahren denkt man nicht unbedingt an Osteoporose. in dieser Gruppe lässt sich aber oft bereits eine Osteopenie nachweisen.

Damit überrascht eine Kohortenstudie aus den USA. An 173 Gesunden zwischen 35 und 50 Jahren (81 Männer und 92 Frauen) wurde die Knochenmineraldichte von Schenkelhals und lumbaler Wirbelsäule bestimmt. Außerdem beantworteten die Teilnehmer Fragen zu körperlicher Bewegung und Verzehr von Milchprodukten.

28 % der Männer und 26 % der Frauen wiesen eine Osteopenie im Bereich des Schenkelhalses auf. Bei Frauen nahm die Knochenmineraldichte an allen drei Messpunkten mit zunehmender körperlicher Bewegung zu. Anders beim starken Geschlecht: Hier zeigte sich sogar eine negative Korrelation zwischen Sport und Knochenmineraldichte. Dies könnte daran liegen, dass die meisten Männer zur körperlichen Ertüchtigung aufs Fahrradfahren setzten. Das ist zwar gut für Herz und Kreislauf – zur Knochenstärkung braucht man aber ein Training unter Gewichtsbelastung, wie Gehen, Laufen oder Springen.

Screening für alle ab 35 Jahren?

Die Ergebnisse zeigen, dass der Knochenabbau oft schon im mittleren Alter beginnt. Wenn man hier nicht eingreift, kann sich später leicht eine Osteoporose entwickeln. Die Autoren befürworten daher entsprechende Screening-Programme auch in dieser bisher wenig beachteten Risikogruppe.

Quelle: Bass MA et al. J Am Osteopath Assoc 2019; 119: 357-363