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Coronapandemie Kliniksterblichkeit unter der Lupe

Autor: Prof. Dr. Lutz Heinemann/Kathrin Strobel

Nur bei den Atemwegserkrankungen ließ sich den Auswertungen zufolge ein mit COVID-19 assoziierter Anstieg der durchschnittlichen Todesfälle pro Tag verzeichnen. Nur bei den Atemwegserkrankungen ließ sich den Auswertungen zufolge ein mit COVID-19 assoziierter Anstieg der durchschnittlichen Todesfälle pro Tag verzeichnen. © iStock/gorodenkoff
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Wie haben sich Hospitalisierungs- und Sterblichkeitsraten in Kliniken im ersten Jahr der Pandemie verändert? Eine Studie schlüsselt nach Krankheitsgruppen auf.

Im ersten Jahr der Coronapandemie starben in deutschen Krankenhäusern über alle Indikationen hinweg nicht mehr Patienten als in den Vorjahren. Zu diesem Ergebnis kommen Dr. Sebastian König und seine Kollegen nach der Auswertung der Daten aus über 87 deutschen Standorten. Lediglich bei den Atemwegserkrankungen ließ sich den Auswertungen zufolge ein mit COVID-19 assoziierter Anstieg der durchschnittlichen Todesfälle pro Tag verzeichnen.

Die Zahl der Einweisungen lag für alle Krankheitsgruppen während der Pandemie deutlich niedriger als zuvor. Die relative Mortalitätsrate war in einigen Krankheitsgruppen im Vergleich zu den Vorjahren erhöht. Die Forscher erklären sich dies unter anderem dadurch, dass im ersten Pandemiejahr hauptsächlich jene Patienten in der Klinik landeten, die bereits schwer erkrankt waren.

Für ihre retrospektive Querschnittstudie hatten die Wissenschaftler anonymisierte Krankenhausdaten aus dem Jahr 2020 mit denen von 2016 bis 2019 verglichen. Insgesamt wurden die Daten von 5,8 Millionen Patienten berücksichtigt.

Quelle: König S et al. JAMA Network Open 2022; 5: e2148649; DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2021.48649

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