Knabbern von Nüssen hilft, weniger zuzunehmen

Autor: Michael Brendler

Besonders die sogenannten „Tree-Nuts“ hatten einen deutlichen Effekt auf das Gewicht. © iStock/specnaz-s

Übergewicht ist auch eine Frage der Qualität der aufgenommenen Kalorien. Nüsse – und allen voran Walnüsse – führen trotz ihres hohen Brennwerts nicht zur verstärkten Gewichtszunahme.

Nüsse haben den schlechten Ruf als Dickmacher nicht verdient, meinen Dr. Xiaoran Liu von der Harvard Universität, Boston und Kollegen. Schließlich seien sie reich an ungesättigten Fettsäuren, Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen. Im Gegenteil: Nüsse lassen Menschen sogar weniger stark zunehmen.

Drei große prospektive Kohortenstudien mit insgesamt 144 885 Beschäftigten aus dem Gesundheitswesen haben die Forscher ausgewertet. Alle vier Jahre wurden Daten zu Gewicht und Nusskonsum der Probanden erhoben. Durchschnittlich legten die Beteiligten im Zeitraum von 20–24 Jahren pro Messung um 1,28 kg zu.

Waren aber pro Tag mindes­tens 14 g Nüsse verzehrt worden, fiel der Gewichtszuwachs um 0,19 kg geringer aus. Beschränkten sich Probanden auf sogenannte Tree-Nuts, wie Pistazien, Hasel- oder Walnuss, betrug die Differenz 0,36 kg. Die „Baumnüsse“ waren generell mit einen 11 % geringeren Adipositas-Risiko assoziiert, für Walnuss-Freunde sank das Risiko sogar um 15 %. Erdnussgenießer hatten zumindest kleine Vorteile zu vermelden und 0,15 kg weniger zugelegt.

Viele ungesättigte Fette, hoher Ballaststoffgehalt

Die Gründe sind vielschichtig: Eine Erklärung wäre die große Menge ungesättigter Fettsäuren und der hohe Ballaststoffgehalt der Nüsse. Erstere steigern wohl die Fettverbrennung und Ballaststoffe verzögern die Magenentleerung, mindern dadurch das Hungergefühl und sorgen zusätzlich dafür, dass ein Teil des Fetts gebunden und ausgeschieden wird.

Quelle: Liu X et al. bmjnph 2019; online first; DOI: dx.doi.org/10.1136/bmjnph-2019-000034