Krebs durch Saft und Limo: Vermehrtes Viszeralfett als Triggerfaktor?

Autor: Dr. Anna-Lena Krause

Es sind nicht nur Limos, die dem Körper schaden. Auch Fruchtzucker soll krebsfördernd sein. © stockphoto-graf – stock.adobe.com

Dass Limonaden nicht gerade gesundheitsfördernd sind, haben die meisten wohl auf dem Schirm. Leider gilt das aber auch für Säfte mit 100 % Fruchtgehalt.

Französische Forscher haben einen weiteren vermeidbaren Risikofaktor für Tumorerkrankungen aufgedeckt: zuckerhaltige Getränke. Das Team um Eloi Chazelas­ von der Universität Paris-Nord analysierte Daten von über 100 000 Teilnehmern der NutriNet-Santé-Kohorte, die ihre Ernährung per Online-Fragebogen dokumentiert hatten. Im Mittel wurden sie fünf Jahre lang nachbeobachtet.

Pro 100 ml zuckerhaltigen (> 5 %) Getränks am Tag stieg die Gefahr sämtlicher Krebsentitäten um 18 %, die für das Mammakarzinom um 22 %. Betrachtete man nur Säfte mit einem Fruchtgehalt von 100 %, nahm das Gesamtkrebsrisiko pro 100 ml/d um 12 % zu. Für süßstoffhaltige Durstlöscher fand sich dagegen keine Assoziation, allerdings wurden diese kaum konsumiert.

Ein plausibler, zugrunde liegender Mechanismus: Süße Drinks erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Adipositas, die wiederum einen unabhängigen Risikofaktor für diverse Tumorerkrankungen darstellt. Allerdings trugen Über- und Normalgewichtige Limo-Liebhaber ein ähnlich hohes Risiko. Aber sie hatten im Vergleich zu Wassertrinkern mehr Viszeralfett, das bekanntlich die Tumorgenese fördert. Als weitere mögliche Auslöser nennen die Autoren die hohe glykämische Last, potenziell kanzerogene Farbstoffe wie 4-Methyl­imidazol und Pestizidrückstände in Säften.

Quelle: Chazelas E et al. BMJ 2019; 365: l2408