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Mitralklappeninsuffizienz: Lungenhochdruck verschlechtert die Prognose nach Klappenersatz

Autor: Dr. Judith Lorenz

Das Problem mit dem Herzen wurde behoben, doch nun macht die Lunge Ärger. Das Problem mit dem Herzen wurde behoben, doch nun macht die Lunge Ärger. © iStock/ivan68
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Viele Patienten mit einer Mitralklappeninsuffizienz leiden zusätzlich an einer pulmonalen Hypertonie. Und die wirkt sich auch nach minimal-invasiver Klappenrekonstruktion negativ auf die Prognose aus.

Minimal-invasiv und schonend versorgt, trotzdem in Lebensgefahr: So geht es Patienten mit pulmonaler Hypertonie nach katheterbasierter Mitralklappenreparatur. Dr. Rasha Al-Bawardy vom Massachusetts General Hospital in Boston und ihre Kollegen untersuchten das Outcome von 4071 Patienten, die zwischen 2013 und 2017 ein Mitralclipping erhalten hatten. Alle littten an einer symptomatischen, schweren Mitralklappeninsuffizienz und in 73 % der Fälle bestätigte sich mittels Rechtsherzkatheter eine pulmonale Hypertonie (PH).

Der Anteil der innerhalb eines Jahres nach dem Mitral-Clipping verstorbenen oder aufgrund einer Herzinsuffizienz stationär aufgenommenen Personen stieg mit zunehmendem Druck in den Lungengefäßen: Von 28 % bei normalem Werten auf bis zu 45 % bei schwerer PH. Auch aufgeschlüsselt nach den beiden Endpunkten sowie der 30-Tages-Prognose erwies sich die Lungenproblematik als relevant.

5 mmHg mehr erhöhen das Sterberisiko um 5 %

Pro Zunahme des mittleren pulmonalarteriellen Drucks um 5 mmHg nimmt die Wahrscheinlichkeit, innerhalb eines Jahres nach Mitralklappenrekonstruktion zu versterben, um 5 % zu, warnen die Experten. Dabei spielt es offenbar keine Rolle, ob der Eingriff aufgrund einer primären oder sekundären Funktionsstörung erfolgt. Zukünftige Untersuchungen müssen ihrer Ansicht nach klären, ob ein frühzeitiger Klappenersatz – vor Auftreten eines Lungenhochdrucks – den klinischen Verlauf günstig beeinflusst.

Quelle: Al-Bawardy R et al. JAMA Cardiol 2019; DOI: 10.1001/jamacardio.2019.4428

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