Mundkeim schadete Organen und Gelenken

Autor: Dr. Dorothea Ranft

Schuld an der ganzen Sache waren Bakterien, die eigentlich im Mund beheimatet sind. (Agenturfoto) © iStock/shironosov

Ein junger Mann leidet seit vier Wochen unter Fieberschüben, Gelenkschwellungen und Hautveränderungen. Der Auslöser: ein alter Bekannter aus dem Zahnbelag.

Bei Klinikaufnahme fallen bei dem 31-jährigen Lehrer nur palmar einzelne Maculae auf. Außerdem findet sich an zwei Fingerkuppen jeweils eine punktförmige Macula. Die Eiweißelektrophorese deutet auf einen entzündlichen Prozess, der Urinstatus ergibt eine minimale Erythrozyturie. In der Sonographie zeigt sich eine geringe Splenomegalie, in der transthorakalen Echokardiographie eine bikuspide Aortenklappe mit leicht- bis mittelgradiger Insuffizienz.

Einen Tag später entwickelt der Mann eine Gesichtsfeld­einschränkung des linken Auges. Seine Erythrozyturie nimmt zu bei geringer Proteinurie. Die Körpertemperatur steigt bis 39 °C. Die nun durchgeführte transösophageale Echokardiographie deutet auf eine Aortenklappenendokarditis mit intramuralem Abszess. In der Kardiochirurgie reseziert man den aortomitralen Übergang, rekonstruiert ihn mit einem Gewebepatch und implantiert eine mechanische Aortenklappe.

Als Auslöser der ganzen Misere kann schließlich der in der Mundflora natürlich vorkommende Streptococcus sanguis nachgewiesen werden, berichteten Dr. Dirk Günthel und Dr. Kora Hahn vom Bezirksklinikum Obermain in ihrem Posterbeitrag.

Quelle: 47. Kongress der DGRh*

* Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie