Nachteulen sterben früher als Lerchen

Autor: Tobias Stolzenberg

Ähnlich wie der gefiederte Namensgeber sind auch die menschlichen Eulen nachts aktiver als am Tag. Dieser Rythmus kann Ihnen zum Verhängnis werden. © wikimedia/Mdf

Dass Personen des Chronotyps „Eule“ komplett zu „Lerchen“ werden, ist zwar eher unwahrscheinlich. Angesichts der erhöhten Gesamtmortalität scheint es aber sinnvoll, die innere Uhr etwas zu verstellen.

Wer abends gerne lange wach bleibt und morgens schwer aus dem Bett kommt, lebt offenbar nicht nur in Bezug auf das KHK-Risiko gefährlicher als Frühaufsteher. Ein Forscherteam konnte jetzt zeigen, dass die Eulen eine um 10 % höhere Gesamtmortalität aufwiesen als ihr Gegenstück, die Lerchen. Für die Studie hatten zwei Experten ca. 433 000 Menschen im Alter zwischen 38 und 73 nach ihrem Chronotyp befragt und über einen Zeitraum von im Mittel 6,5 Jahren beobachtet. Neben einer höheren Mortalität fanden sie auch mehr Fälle von Diabetes, psychischen sowie neurologischen Erkrankungen.

Ob eine Person eher eine Eule oder eine Lerche ist, bestimmen Genetik und Umweltfaktoren gleichermaßen, schreiben die Wissenschaftler in einer begleitenden Pressemitteilung der North­western University, Chicago. Ein Rhythmuswechsel in Maßen sei also möglich. Helfen können demzufolge Lichtexposition am Morgen, weniger Helligkeit am Abend und regelmäßige Zubettgehzeiten. Für das Patientenwohl stellen die Forscher sogar die Sommerzeit infrage, schließlich fällt den Nachteulen die Anpassung schwerer. Außerdem könnte dieser Chronotyp von flexiblen Arbeitszeiten profitieren.

Quelle: Knutson KL, von Schantz M. Chronobiol Int 2018; 11: 1-9