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Neuromodulation eine Therapieoption beim Tinnitus?

Autor: Dr. Dorothea Ranft

Für den Tinnitus wurde ein spezielles Gerät entwickelt, das die Zunge elektrisch stimuliert und gleichzeitig die Ohren beschallt. Für den Tinnitus wurde ein spezielles Gerät entwickelt, das die Zunge elektrisch stimuliert und gleichzeitig die Ohren beschallt. © iStock/ViktorCap
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Seit langem sucht man nach Behandlungsoptionen für die Volkskrankheit Tinnitus. Wie Forscher in einer experimentellen Studie zeigen, könnte eine elektrische Stimulation der Zunge das chronische Ohrgeräusch bei den Betroffenen reduzieren.

Für den Tinnitus gibt es eine neue Therapie: Die Ohrgeräusche lassen sich mit einer bimodalen Neuromodulation lindern. Dafür wurde ein spezielles Gerät entwickelt, das die Zunge elektrisch stimuliert und gleichzeitig die Ohren beschallt. So soll das Gehirn davon abgehalten werden, bei einem Ausfall sensorischer Reize etwa infolge einer Hörminderung Phantomgeräusche zu erfinden.

Tierexperimentelle Daten weckten die Hoffnung, dass sich die kombinierte Stimulation auch für die menschliche Tinnitusbehandlung nutzen lässt. Ein internationales Forscherteam wagte die Probe aufs Exempel: In einer Studie mit 326 chronischen Tinnituspatienten verglichen sie drei Varianten der bimodalen Modulation. Die Teilnehmer behandelten sich zu Hause selbst – jeweils eine Stunde täglich über einen Zeitraum von zwölf Wochen.

Am Ende der Therapiephase erreichten nur die gleichzeitig oder mit kurzem Abstand an Zunge und Ohren stimulierten Patienten eine Verbesserung. Aber die Tinnitusreduktion war auch nach einem Jahr noch nachweisbar, schreiben Brendan Conlon vom Trinity College Dublin und seine Kollegen.

Quelle: Conlon B et al. Sci Trans Med 2020; 12: eabb2830; DOI: 10.1126/scitranslmed.abb2830

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