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NSCLC: Segmentresektion für ausgewählte Patienten geeignet

Autor: Maria Weiß

Bei kleineren Tumoren ist die Resektion der tumortragenden Segmente der Lobektomie teils überlegen. Bei kleineren Tumoren ist die Resektion der tumortragenden Segmente der Lobektomie teils überlegen. © alexlmx – stock.adobe.com
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Da mittlerweile NSCLC bereits in sehr frühen Stadien diagnostiziert werden, war unklar, ob auch diese kleinen Tumoren einer radikalen Lobektomie bedürfen. Anscheinend kann man bei bestimmten Patienten stattdessen auch eine Segmentresektion vornehmen. Die Überlebensraten nach beiden Methoden ähneln sich, jedoch treten nach der Segmentresektion häufiger Rezidive und Luftleckagen auf.

Seit vielen Jahrzehnten wird bei operablen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen (NSCLC) das Konzept der radikalen Lobektomie verfolgt. Heute werden aber aufgrund der verbesserten Diagnostik oft auch schon sehr kleine Tumoren im Frühstadium detektiert, bei denen sich die Frage nach der Notwendigkeit einer radikalen Lobektomie stellt, erklärte Professor Dr. Waldemar­ Schreiner, Schwerpunkt für Thoraxchirurgie, Universitätsklinikum Frankfurt.

Eine Studie um Professor Dr. Hisao­ Asamura­, Keio Universität, Tokyo, soll Licht ins Dunkle bringen. 1106 Patienten mit einem NSCLC von max. 2 cm und einer Ratio von Konsolidierung zu Tumordurchmesser von größer als 0,5 nahmen teil. Bei 552 Patienten wurde eine Lobektomie und bei 554 eine Resektion des tumortragenden Segments durchgeführt. Das Ziel: Die Nicht-Unterlegenheit Letzterer in Bezug auf die onkologische Kontrolle bei gleichzeitig verbesserter Lungenfunktion nachzuweisen. Unterschieden wurde noch einmal zwischen einer einfachen Segmentresektion mit Durchtrennung einer einzigen segmentalen Grenze und komplexen Resektionen mit Überschreitung mehrerer Segmentgrenzen.

Bis zu 15 Stapler während der OP eingesetzt

In der Gruppe der Segmentresektion kam es häufiger zu Luftleckagen. Der Referent vermutete die teils vielen verwendeten Stapler als Ursache (max. 15 Stück/OP). Drei Patienten mussten erneut operiert werden, da der Tumorrand nicht ausreichend reseziert wurde. Bei Rauchern mit vielen Packungsjahren und bei komplexen Segmentresektionen kam es signifikant gehäuft zu frühen postoperativen Komplikationen.

Zum ersten Mal konnte gezeigt werden, dass die Segmentresektion nicht nur eine vergleichbare Überlebensrate hervorbrachte, sondern gegenüber der Lobektomie sogar leicht überlegen war (Fünf-Jahres-Überleben 94,3 % vs. 91,1 %). Die Rate an lokoregionalen Rezidiven war aber weiterhin nach Segmentresektion höher als nach Lobektomie (6,9 % vs. 3,1 %). In Bezug auf die postoperative Lungenfunktion ein Jahr später schnitt jedoch die Segmentresektion deutlich besser ab.

Somit sei es erstmals gelungen zu zeigen, dass die Segmentresektion bei kleinen Tumoren onkologisch und funktionell überlegen sei, sagte Prof. ­Schreiner. Man würde aber angesichts der vermehrten Luftleckagen und Lokalrezidive viel Fingerspitzengefühl bei der Auswahl geeigneter Patienten benötigen.

Quelle: Schreiner W. 61. Kongress der DGP (virtuell)

61. Kongress der DGP (virtuell)

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