Osteoporose: Bei Brustkrebs Messung der Knochenmineraldichte nicht vergessen

Autor: Maria Weiß

Unter antihormoneller Therapie werden Knochen häufig porös. © iStock/wildpixel

Brustkrebspatientinnen haben unter einer endokrinen Therapie ein deutlich erhöhtes Osteoporose- und damit auch Frakturrisiko. Besonders gefährdete Frauen sollten daher frühzeitig identifiziert werden, um gegenzusteuern.

Der gewünschte Rückgang der Östrogene unter einer antihormonellen Therapie bei Brustkrebspatientinnen hat seinen Preis: Unter Aromataseinhibitoren, GnRh-Analoga oder Tamoxifen (hier nur bei prämenopausalen Frauen) kommt es zu einem deutlichen Anstieg des Osteoporoserisikos, erinnerte Professor Dr. Peyman Hadji vom Frankfurter Hormon- und Osteoporosezentrum. Ebenfalls stark erhöht ist das Risiko, wenn es bei prämenopausalen Frauen zu einer chemotherapieassoziierten Amenorrhö gekommen ist.

Die Betroffenen erkranken nicht nur deutlich früher an einer Osteoporose, es treten auch häufiger gravierende Knochenbrüche auf. Dazu zählen etwa Schenkelhals-, Femur- oder Wirbelfrakturen.

Die osteologische Diagnostik mittels Messung der Knochenmineraldichte (BMD) gehört beim Einsatz solcher Substanzen daher von Anfang an immer mit zum Therapiekonzept, betonte der Referent. Beträgt der T-Score > 2 und liegen keine weiteren Osteoporoserisikofaktoren vor, reichen körperliches Training sowie eine Calcium- und Vitamin-D-Gabe aus. Alle ein bis zwei Jahre sollte die Knochenmineraldichte dann kontrolliert werden, lautet die Empfehlung von Prof. Hadji. Bei einem T-Score < 2 (oder ≥ 2 bekannten Risikofaktoren) sollten zusätzlich Bisphosphonate oder Denosumab zum Einsatz kommen, um den Knochenstoffwechsel zu stabilisieren. 

Quelle: AGSMO Jahreskongress 2019