Pädophilie wegspritzen? Medikament scheint Triebe von potenziellen Tätern zu bremsen

Autor: Michael Brendler

Nach der Behandlung fühlten sich die Probanden weniger zu Kindern hingezogen. Nach der Behandlung fühlten sich die Probanden weniger zu Kindern hingezogen. © kalligrafie – stock.adobe.com

Rund zehn Jahre ringen Pädophile mit ihren Gefühlen, bis sie sich an Kindern vergehen. Zeit, präventiv einzugreifen, gäbe es also genug. Allerdings mangelte es bisher an Evidenz für entsprechende medikamentöse Optionen.

Nun wurde durch eine randomisierte Studie erstmals belegt, dass ein Gonadotropin-Releasing-Hormon(GnRH)-Antagonist relativ kurzfristig Schlimmeres verhindern kann. Das Mittel ist nicht unbekannt: Bereits vor zwölf Jahren wurde Degarelix für die Therapie des Prostatakarzinoms zugelassen. Der GnRH-Antagonist senkt den Tes­tosteronspiegel innerhalb weniger Tage auf Kastrationslevel, GnRH-Agonisten brauchen dafür 1–3 Monate. Zudem kommt es bei ihrem Einsatz anfangs zu kurzzeitigen Testosteron-Anstiegen.

Mangels Evidenz kam Degarelix dagegen bei pädophiler Störung bisher nur sehr selten zum Einsatz. Ethisch hatten es viele Behörden für fragwürdig gehalten, die Therapie von...

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