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Rheumapatienten mit Corona: Kein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe

Autor: Dr. Dorothea Ranft

Neue Studie gibt Entwarnung für Rheumapatienten während der Corona-Pandemie. Neue Studie gibt Entwarnung für Rheumapatienten während der Corona-Pandemie. © iStock/gilaxia
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Erkranken Patienten mit rheumatischen Erkrankungen eher an ­COVID-19? Haben sie ein erhöhtes Risiko für Komplikationen? Neue Daten aus Italien scheinen das zu verneinen.

Entwarnung für Patienten mit rheumatischen Erkrankungen, die mit TNF-Blockern oder anderen Biologika behandelt werden: Im Fall einer SARS-CoV-2-Infektion neigen sie entgegen bisheriger Befürchtungen nicht zu schwereren Krankheitsverläufen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie.

Ein Ärzteteam aus Mailand hat 530 Patienten befragt, die dort zwischen dem 25. Februar und dem 2. April eine Therapie mit Biologika erhielten. Drei dieser Patienten hatten eine mittels Rachenabstrich bestätigte SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht – überwiegend mit leichtem Verlauf.

Nur einer dieser Patienten benötigte eine stationäre Sauerstofftherapie, die beiden anderen konnten die Erkrankung zu Hause auskurieren. Von den zehn Patienten mit Kontakt zu Infizierten entwickelte keiner Symptome.

Die insgesamt niedrige Infektionsrate führen Dr. Ennio­ Guilio­ Favalli­ und Kollegen vom Mailänder Gaetano-Pini-Krankenhaus darauf zurück, dass sich fast alle Personen an die empfohlenen Präventionsmaßnahmen hielten. Außerdem berichteten immerhin 15 % der Patienten leichte Atemwegssymptome, die tatsächliche Infektionsrate lag also wahrscheinlich höher als die labordiagnostisch nachgewiesene.

Unter den 54 pädiatrischen Studienteilnehmern gab es keinen ­COVID-19-Fall. Der Anteil der Patienten mit geringfügigen Symptomen einer potenziellen Infektion war in der pädiatrischen Gruppe genauso hoch wie im Gesamtkollektiv. Das bestätigt die bisherige Beobachtung, wonach Kinder eher leicht erkranken.

Quelle: Favalli EG et al. Ann Rheum Dis Month 2020; DOI: 10.1136/annrheumdis-2020-217615

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