Saunieren ist so anstrengend wie ein Ergometertest

Autor: Dr. Barbara Kreutzkamp

Ein Saunagang kann das Herz ganz schön ins Schwitzen bringen. © iStock/MediaProduction

Saunagänger brauchen ein Mindestmaß an körperlicher Fitness, denn die Temperaturen heizen Puls und Blutdruck ordentlich ein. Der Aufenthalt im Schwitzbad entspricht einer Belastung von 60–100 Watt.

Ein Saunabad stellt den Körper vor ähnliche körperliche Herausforderungen wie eine kurze moderate Sporteinheit. Das zeigt eine kleine Studie mit 19 Freiwilligen, die sich 25 Minuten lang in einer Sauna mit 93 °C und 13 % Luftfeuchte aufhielten und gleichzeitig Herzschlag und Blutdruck messen ließen.

Entgegen der Annahme, dass der Blutdruck während des Saunierens durch die Gefäßerweiterung sinkt, kletterten die Werte bei den Teilnehmern kontinuierlich nach oben. Erst in der anschließenden 30-minütigen Ruhephase sank der Blutdruck in Bereiche unterhalb der Ausgangswerte. Parallel dazu stieg in der Hitzekabine auch die Herzfrequenz deutlich, die sich ebenfalls erst nach dem Saunabad wieder verlangsamte. Die so ermittelten Herz-Kreislauf-Belastungen entsprechen einem submaximalen Fahrradergometertest mit einer Belastung von 60–100 Watt, dem sich die Probanden zum Vergleich ebenfalls unterzogen hatten.

Saunieren kann, wer die moderate körperliche Belastung verträgt. Das schließt Personen mit niedrigem Blutdruck nicht aus. Da der RR nach der Sauna unter Ausgangsniveau absinken kann, müssen sie allerdings in der Ruhephase aufmerksam bleiben, erklärt der Erstautor in der begleitenden Pressemitteilung.

Das Fett schmilzt leider nicht mit

Zumindest bezüglich der Herz-Kreislauf-Parameter dürften regelmäßige Saunabesuche ähnliche Resultate bringen wie moderates körperliches Training. Pfunde purzeln deshalb aber nicht: Der leichte Gewichtsrückgang während der Saunagänge beruht lediglich auf Flüssigkeitsverlust.

Quelle: Ketelhut S et al. Complement Ther Med 2019; 44: 218-222