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Schädliche Effekte von THC deutlich belegt

Autor: Dr. Anne Benckendorff

THC erhöht eindeutig das Risiko für psychiatrische Erkrankungen. THC erhöht eindeutig das Risiko für psychiatrische Erkrankungen. © iStock/razyph
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Etliche US-Bundesstaaten, Kanada sowie Uruguay haben Cannabis für den Freizeitgebrauch legalisiert. Und in Deutschland können Patienten Arzneimittel mit den Hanfwirkstoffen seit drei Jahren auf Rezept bekommen. Die Risiken wollen viele dabei nicht wahrhaben.

Mit einer Metaanalyse gingen Wissenschaftler der Frage nach, in welchem Maß das Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) aus der Cannabispflanze psychotische und andere psychiatrische Symptome auslösen kann. Auch wollten die Autoren um Guy Hindley vom Londoner King’s College klären, welche Bedeutung dem Cannabidiol (CBD) dabei zukommt.

In ihre Auswertung schlossen sie 15 Studien zum Thema ein, die die Effekte einer akuten Gabe von THC – intravenös gegeben, per Inhalation oder oral verabreicht – im Vergleich zu Placebo untersuchten. Zu den mittels anerkannter Scoring-Systeme erfassten Positiv- und Negativsymptomen gehörten Wahnvorstellungen und Halluzinationen bzw. die Dämpfung von Antrieb und Affektivität. Außerdem wurden generelle Krankheitszeichen wie Depression und Angst berücksichtigt. Für alle Beschwerden berechneten die Autoren standardisierte Effektgrößen. Ein Wert von 0,4 oder mehr wurde als klinisch relevant, einer von 0,7 oder mehr als großer Effekt eingestuft.

Wohl keine psychiatrischen Symptome durch Cannabidiol

Wie die Analyse ergab, induzierte THC im Vergleich zu Placebo über alle Studien hinweg mehr schwerwiegende Positiv- und Negativsymptome sowie mehr generelle Krankheitszeichen. Die Effektgröße für die Positiv- und Negativsymptomatik betrug im Schnitt 0,91 bzw. 0,78, der Wert für die generellen Symptome lag bei 1,01. Fassten die Autoren alle Beschwerden zusammen, kamen sie auf eine Effektgröße von 1,10. Dabei waren die Auswirkungen von intravenösem THC größer als die von inhaliertem. Die Folgen von oralem THC auf die Psyche ließen sich aufgrund der unzureichenden Datenlage nicht beurteilen. Bei Rauchern schwächten sich die Auswirkungen des THC mit steigendem Tabakkonsum ab.

Hinsichtlich der Effekte von CBD fanden sich nur vier brauchbare Studien. In einem Review dieser Arbeiten zeigte sich, dass CBD selbst keine psychiatrischen Symptome induziert. Die Datenlage, ob CBD die Effekte von THC abzuschwächen vermag, ist uneinheitlich,

Auch die Kopenhagener Forscher Dr. Carsten Hjorthøj und Dr. Christine Merrild Posselt sehen die Risiken, die mit den Cannabiserzeugnissen und THC-haltigen Präparaten einhergehen, als ausreichend belegt an. In einem Kommentar warnen sie, dass THC – sei es im medizinischen Einsatz oder als Freizeitdroge – das Risiko für psychiatrische Symptome oder gar eine psychiatrische Erkrankung erhöhen kann. 

Quellen:
1. Hindley G et al. Lancet Psychiatry 2020; 7: 344-353; DOI: 10.1016/S2215-0366(20)30074-2
2. Hjorthøj C, Posselt CM. A.a.O.: 296-297; DOI: 10.1016/S2215-0366(20)30093-6

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