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THC-haltige Lebensmittel Mehr Cannabisvergiftungen bei Kindern

Autor: Dr. Melanie Söchtig/Tobias Stolzenberg

Insbesondere nach Einführung der THC-haltigen Esswaren kam es deutlich öfter zu Krankenhauseinweisungen. Insbesondere nach Einführung der THC-haltigen Esswaren kam es deutlich öfter zu Krankenhauseinweisungen. © iStock/skodonnell
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Mit der Legalisierung von Cannabis und insbesondere mit der Einführung THC-haltiger Lebensmittel häufen sich in Kanada die Vergiftungsnotfälle bei jüngeren Kindern.

Mit der Freigabe von Cannabis zu Genusszwecken sind in Kanada die Zahlen der THC-Vergiftungen bei Kindern deutlich angestiegen. Wissenschaftler haben sich die Notfalleinweisungen infolge von Intoxikationen aller Art bei unter Zehnjährigen in Ontario angeschaut und drei Perioden verglichen: die Zeit vor der Cannabislegalisierung (09/2018), die Zeit nach Freigabe von Hanfblüten, -samen und -ölen sowie die Phase, als THC-haltige Esswaren und Lebensmittel in Kanada frei verkäuflich wurden (02/2020).

Im gesamten Beobachtungszeitraum von Januar 2016 bis März 2021 mussten 522 Kinder wegen einer unbeabsichtigten Cannabisvergiftung behandelt werden. Im Schnitt waren die Patienten 3,8 Jahre alt. Berechnet für den gesamten Studienzeitraum musste knapp ein Drittel der Kleinen in der Klinik bleiben, 3,6 % kamen auf die Intensivstation. Insbesondere nach Einführung der THC-haltigen Esswaren kam es deutlich öfter zu Krankenhauseinweisungen als im Zeitraum vor der Legalisierung (38,5 % vs. 24,7 %), so die Wissenschaftler. Todesfälle waren nicht zu verzeichnen.

Auffallend ist, dass mit der Pandemie die allgemeinen Vergiftungsnotfälle zurückgingen, während die Zahl der Cannabisintoxikationen stieg. Das könnte darauf hinweisen, dass ab diesem Zeitpunkt in Ontario mehr Hanf geraucht und mehr Cannabisprodukte konsumiert wurden als in der Zeit zuvor.

Quelle: Myran DT et al. JAMA Netw Open 2022 ; 5: e2142521; DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2021.42521

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