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Schon bei halbfetter Leber steigt das Mortalitätsrisiko

Autor: Maria Fett

Bereits bei leichter Steatose war das Mortalitätsrisiko der Patienten deutlich erhöht. Bereits bei leichter Steatose war das Mortalitätsrisiko der Patienten deutlich erhöht. © Kateryna_Kon – stock.adobe.com
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Offenbar sind nicht nur späte Stadien der nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko verbunden. Selbst bei milder Ausprägung fanden Wissenschaftler eine massiv erhöhte Gefahr, frühzeitig zu sterben.

Bisher führte man die erhöhte Sterblichkeit von Patienten mit nicht-alkoholischer Fettlebererkrankung (NAFLD) auf eine Zirrhose oder Fibrose des Organs zurück. Nun haben Wissenschaftler des ­Massachusetts General Hospital und des Karolinska-Institut entdeckt, dass sämtliche Krankheitsstadien mit erhöhter Mortalität verbunden sind.

Im Vergleich zu Kontrollen tragen Personen mit biopsiebestätigter NAFLD allgemein ein um 93 % erhöhtes Mortalitätsrisiko, wie die Analyse der Registerdaten von mehr als 10 500 betroffenen Schweden ergab. Dabei zeigte sich über den Beobachtungszeitraum von median knapp 14 Jahren zunächst zwar das gewohnte Bild, wonach die Sterblichkeit mit der Schwere der Erkrankung steigt. Doch bereits bei leichter Steatose, dem frühesten NAFLD-Stadium, war das Risiko der Patienten um 71 % erhöht. Mit mehr als der doppelten Todeswahrscheinlichkeit mussten Personen mit nicht-fibrotischer Steatohepatitis rechnen. Bei der schweren NAFLD mit Leberzirrhose schließlich war das Sterberisiko fast vervierfacht.

Extrahepatischer Krebs als häufige Todesursache

Das übermäßige Mortalitätsrisiko ließ sich hauptsächlich auf Todesfälle durch extrahepatische Krebserkrankungen und Zirrhosen zurückführen. Die Gefahr für kardiovaskuläre Mortalität oder Mortalität bei hepatozellulärem Karzinom war dagegen gering.

Quelle: Simon TG et al. Gut 2020; DOI: 10.1136/gutjnl-2020-322786

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