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Simeticon-Reste im Endoskop trotz Aufbereitung

Autor: Kathrin Strobel

Der Entschäumer Simeticon reduziert Bläschenbildung doch trübt die Rinne. Der Entschäumer Simeticon reduziert Bläschenbildung doch trübt die Rinne. © Robert Poorten – stock.adobe.com
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Damit sich beim Endoskopieren keine lästigen Bläschen bilden, wird häufig ein Entschäumer eingesetzt. Allerdings finden sich Rückstände davon auch noch nach der Reinigung in den Geräten.

Die Substanz Simeticon wirkt entschäumend und wird daher gerne in der Endoskopie eingesetzt, um Bläschenbildung zu reduzieren und damit die Sicht zu verbessern. Allerdings haben Untersuchungen gezeigt, dass sich nach einmaliger Aufbereitung häufig noch Spuren der Substanz im Endoskop befinden. Um diese restlos zu entfernen, wäre ein nochmaliger Reinigungsprozess notwendig. In einer amerikanischen Studie konnte erst dann kein Simeticon mehr im Arbeits- oder Spülkanal nachgewiesen werden.

In der Studie erbrachte lediglich die niedrigste Konzentration der Substanz (0,5 %) hinsichtlich der Tröpfchenzahl ähnliche Ergebnisse wie der reine Wassereinsatz. Dies entspreche aber einer sehr geringen Menge an Simeticon, gab Professor Dr. Andrea­ May von der Asklepios Paulinenklinik in Wiesbaden zu bedenken. Die in der Praxis verwendete Dosierung liege in der Regel deutlich höher.

Die meisten Rückstände des Entschäumers fanden sich in Endoskopen, in denen die Substanz direkt in die Wasserflasche gegeben worden war, die den Spülkanal speist. Daher empfiehlt die kanadische Gesellschaft für Gast­roenterologie, Simeticon nicht in die Spül-Wasserflasche zu geben, sondern durch den Arbeitskanal zuzuführen.

Dieses Vorgehen hält auch Prof. May für am sinnvollsten und am geeignetsten für die Praxis. Denn: „Komplett auf Simeticon zu verzichten, wäre im Alltag problematisch.“

Quelle: 28. Gastroenterologie-Update-Seminar

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