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Rheumatische Erkrankung Sportmuffel sind leichter zu schallen

Autor: Sabine Mattes

Vor einer Ultraschalluntersuchung sollten Patienten sportliche Aktivität meiden – die Diagnostik wird insbesondere bei rheumatischen Erkrankungen erschwert. Vor einer Ultraschalluntersuchung sollten Patienten sportliche Aktivität meiden – die Diagnostik wird insbesondere bei rheumatischen Erkrankungen erschwert. © Andrii – stock.adobe.com
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Besteht bei sportlichen Menschen der Verdacht auf eine rheumatische Erkrankung, sollten sie vor einer Ultraschalluntersuchung ein paar Tage auf körperliche Aktivitäten verzichten.

„Haben Sie in den letzten beiden Tagen Sport gemacht?“ Diese Frage sollte einer Ultraschalluntersuchung des Bewegungsapparates vorangehen – v.a. wenn auf rheumatische Krankheiten hin geschallt wird, empfehlen Julia Schreiner vom Uniklinikum Bonn und Kollegen. Denn körperliche Aktivität kann sich auf Sehnen und Gelenke auswirken und somit die Diagnostik beeinflussen.

Die Forscher schallten 51 Probanden (im Schnitt 24 Jahre alt) vor einem einstündigen Gewichtstraining sowie 24 und 48 Stunden danach. Analysiert wurden Veränderungen an den großen und mittleren Gelenken von Schulter, Ellbogen, Hand, Hüfte, Knie und Knöchel sowie an zugehörigen Enthesen.

Kraftsport verdreifacht Zahl der veränderten Gelenke

Die Prävalenz für Ergüsse an mindestens einem Gelenk stieg innerhalb von 24 Stunden nach dem Training signifikant von 73 % auf 88 %, nach zwei Tagen waren 94 % aller Teilnehmer betroffen. Die Zahl der veränderten Gelenke vergrößerte sich ebenfalls von durchschnittlich 1,5 auf 4,2.

Etwa jeder vierte Teilnehmer hatte bereits zu Studienbeginn Pathologien an mindestens einer Enthese. Dieser Anteil erhöhte sich nach 24 Stunden um 20 %. Die letzte Untersuchung beendeten sogar mehr als die Hälfte der Teilnehmer mit Hyperfusionen an den Enthesen.

Kongressbericht: ACR Convergence 2021

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