Stuhltransplantationen scheinen sich für die Krankenkassen auszuzahlen

Autor: Michael Brendler

Die Stuhltransplantation bei einer Clostridium-difficile-Infektion ist nicht nur effektiver, sondern auch deutlich günstiger – zumindest auf lange Sicht. © wikimedia/CDC, James Archer

20–40 % der mit Clostridium difficile Infizierten erleiden nach einer primär erfolgreichen antibiotischen Therapie ein Rezidiv. Stuhltransplantationen versprechen langfristig bessere Ergebnisse. Wie eine Studie aus Dänemark zeigt, lohnt sich der Eingriff auch finanziell.

Ihr therapeutisches Potenzial haben Stuhltransplantationen schon in mehreren Studien bewiesen. 70–90 % der Menschen mit intestinaler Clostridium-difficile-Infektion sollen sie von ihren chronischen Problemen befreien. Allerdings sind die Aufwendungen für die Maßnahme mit 3326 Euro nicht unerheblich, wie Emilie­ Dehlholm-­Lambertsen­ von der School of Medicine and Health der Aalborg University und Kollegen ausgerechnet haben. So viel Geld kostet an ihrem Klinikum die Übertragung mittels ambulanter Koloskopie. Bei Anwendung einer nasojejunalen Sonde werden immerhin 2864 Euro fällig.

Diese Summen relativieren sich allerdings schnell, wenn man ihnen die Therapieausgaben gegen­überstellt, die ohne die Behandlung im Laufe eines Jahres anfallen. Mit 56 415 Euro schlagen diese in Aalborg zu Buche, durch die Stuhltransplantation reduzieren sie sich um 42 %. Der Hauptgrund für den Kostenabfall ist die verringerte Zahl der Tage, die die Patienten im Vergleich zu ihren Leidensgenossen im Krankenhaus verbringen. So beträgt das Minus bei den Krankenhaus­kosten sogar 45 %. Die Zahl der Überweisungen auf die Intensivstation wird um 91 % gesenkt. „Das deutet darauf hin, dass die Stuhltransplantation auch die Schwere der Krankheit lindert“, schreiben die Autoren. Die Zahl der in der Folge verwendeten Antibiotika sinkt dadurch ebenfalls – in der Studie um 30 %.

Wie sieht die Rechnung in anderen Kliniken aus?

Zumindest für das Universitätsklinikum Aalborg deutet sich damit an, dass die hohe Effektivität der Behandlung und die Ersparnisse durch sie die Kosten der Therapie mehr als wettmachen würden, schlussfolgern die Autoren. Aber noch sei das eben nur für ein einzelnes Zentrum belegt. Weitere randomisierte Untersuchungen seien erforderlich, um die Ergebnisse zu bestätigen.

Quelle: Dehlholm-Lambertsen E et al. Therap Adv Gastroenterol 2019; 12: 1756284819843002