Vom Sushi-Restaurant in die Notaufnahme

Autor: Kathrin Strobel

Lachsrogen wird auch Keta-Kaviar genannt. Er enthält rund 25 % Eiweiß. © iStock.com/Ivannag82

Den Besuch in einer Frankfurter Sushi-Bar dürfte eine japanische Familie wohl nie vergessen. Nach dem Essen entwickelte die knapp zweijährige Tochter eine anaphylaktische Reaktion.

Welche Zutat der Auslöser für die generalisierte Urtikaria, Heiserkeit und das Erbrechen bei dem kleinen Mädchen war, versuchte das Team der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Frankfurt herauszufinden. Mittels spezifischen IgE wiesen die Kollegen Sensibilisierungen gegen Senfsaat, Hausstaubmilben und Hühnerei nach. Zahlreiche andere Befunde, darunter auch die für Lachs und Thunfisch, waren dagegen negativ. Auf was hatte das Mädchen bloß reagiert?

In Japan zählt Lachsrogen (Ikura) zu den häufigsten Auslösern einer Nahrungsmittelallergie bei Kleinkindern. Er findet sich als Zutat u.a. in Reisgerichten, Sushi-Häppchen und als Dekoration. Tatsächlich reagierte die kleine Patientin im Prick-to-Prick-Test auf Lachsrogen mit einer im Durchmesser 13 mm großen Quaddel. Ein IgE-Spezialtest – ein ImmunoCAP für Forschungszwecke – ergab mit 2,5 kU/l ebenfalls ein positives Ergebnis.

Fischrogen muss als Lebensmittelinhaltsstoff nicht deklariert werden, bemängeln die Frankfurter Ernährungsberaterin Suzanne van Dullemen und Kollegen in ihrem Poster. Ob man ihn in der traditionellen japanischen Küche strikt meiden kann, erscheint fraglich. Die Patientin bzw. ihre Eltern wurden deshalb mit einem Notfallset einschließlich Adrenalin-Injektor ausgestattet.

Quelle: 13. Deutscher Allergiekongress