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Diabetesprävention Vor allem Linolsäure sollte auf dem Speiseplan stehen

Autor: Dr. Judith Lorenz

Unter anderem Distelöl und Sonnenblumenöl sind reich an Linolsäure. Unter anderem Distelöl und Sonnenblumenöl sind reich an Linolsäure. © iStock/alexxx1981
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Mehrfach ungesättigte Fettsäuren beeinflussen den Lipid- und Blutzuckerstoffwechsel günstig und halten das Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen niedrig. Ebenso scheint die Wahrscheinlichkeit für einen Typ-2-Diabetes zu sinken.

Die in Pflanzenölen und Nüssen enthaltene ungesättigte Omega-6-Fettsäure Linolsäure, eine der sogenannten essenziellen Fettsäuren, gilt als besonders gesund, weshalb sie bis zu 10 % der täglichen Gesamtkalorienzahl ausmachen sollte. Seyed­ Mohammad­ Mousavi­ von der Tehran University of Medical Sciences sowie weitere Wissenschaftler untersuchten nun, ob ein Zusammenhang zwischen dem Linolsäurekonsum bzw. dem im Blut oder Gewebe messbaren Linolsäuregehalt und dem Risiko für Typ-2-Diabetes besteht.

Dazu analysierten sie Daten von fast 300.000 Personen aus insgesamt 31 prospektiven Kohortenstudien. Die Nachbeobachtungszeit variierte in den Untersuchungen zwischen 4 und 32 Jahren, das Alter der Teilnehmenden zwischen 25 und 80 Jahren. Etwas mehr als 22.500 von ihnen entwickelten einen Dia­betes Typ 2. 

Die Auswertung des Linolsäurekonsums ergab einen signifikanten inversen Zusammenhang mit dem Diabetesrisiko: Personen mit der höchsten Linolsäureaufnahme hatten im Vergleich zu jenen mit der geringsten Aufnahme ein um 6 % geringeres Erkrankungsrisiko

Die Erkrankungswahrscheinlichkeit nahm pro 5 % zusätzlicher Energiezufuhr aus Linolsäure um 10 % ab. Ferner stellten die Forschenden eine inverse lineare Assoziation zwischen der Linolsäureaufnahme und dem Dia­betesrisiko fest, wobei die geringste Gefahr bei der höchsten Aufnahme bestand.

Ergebnisse unterstützen die Ernährungsempfehlungen

Daten zum Zusammenhang zwischen Linolsäure-Biomarkern und dem Diabetesrisiko kamen von weiteren knapp 84.000 Personen, von denen etwa 18.500 einen Typ-2-Diabetes entwickelten. In den zugrunde liegenden Studien betrug die Nachbeobachtungszeit zwischen 4 und 21 Jahren, das Durchschnittsalter der Teilnehmenden zwischen 33 und 76 Jahren. Die Linolsäurekonzentration wurde in verschiedenen Kompartimenten gemessen, u.a. im Fettgewebe, in den Erythrozyten- oder Plasma-Phospholipiden.

Auch hier gab es einen signifikanten inversen Zusammenhang zwischen der Konzentration der Biomarker und der Diabetesgefahr: Pro Standardabweichung Zunahme der Marker im Fettgewebe bzw. in den Blutkompartimenten nahm das Risiko um 15 % ab. Wer große Mengen Linolsäure zu sich nimmt, erkrankt vermutlich seltener an Typ-2-Diabetes, schlussfolgern die Autoren. Ihrer Einschätzung nach unterstützen die Ergebnisse die gängigen Empfehlungen für einen hohen Linolsäurekonsum in der täglichen Ernährung.

Quelle: Mousavi SM et al. Diabetes Care 2021; 44: 2173-2181; DOI: 10.2337/dc21-0438

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