Wie man der Weihnachtsvöllerei widersteht

Autor: Dr. Sascha Bock

Die Weihnachtstage gehen, die Kilos bleiben. © fotolia/sebra

Allein am ersten Weihnachtstag verputzen wir gut und gerne 6000 kcal. Britische Kollegen wollten das im Sinne der Adipositasprävention nicht länger hinnehmen.

Mindestens zweimal wöchentlich wiegen und ein paar strategische Zusatzinfos sollten reichen, um die alljährliche Adventsvöllerei zu zügeln, dachte sich ein britisches Forscherteam. Deshalb führte es in den Wintern 2016 und 2017 die randomisierte „Winter Weight Watch Study“ mit 272 Freiwilligen (mittlerer BMI 28,8 kg/m2) durch.

Die Hälfte der Teilnehmer bekam nur ein Heftchen zu gesundem Lebensstil in die Hand gedrückt. Die andere sollte sich regelmäßig auf die Waage stellen und das Ergebnis dokumentieren. Zusätzlich erhielt diese Interventionsgruppe zehn Tipps, wie sich das Gewicht halten lässt, z.B. indem man auf den Nachschlag verzichtet. Eine weitere Liste zeigte auf, mit wie viel Bewegung sich die Kalorienbomben unter den typischen Gerichten und Getränken kompensieren lassen. So erfordert es einen 32-minütigen Spaziergang, sich die Tasse Glühwein wieder „abzutrainieren“.

Letztlich hielten die gut Geschulten in etwa ihr Gewicht. Probanden der Kontrollgruppe hingegen legten zu – im direkten Vergleich 0,49 kg. Ob dieser Unterschied der Mühe wert ist? Die Autoren sagen Ja. Denn die Pfunde aus der Weihnachtszeit kommen, um zu bleiben. Über ein Jahrzehnt würden sich die Häppchen summieren und so die Adipositas­epidemie fördern. Welche Folgen der Stress einer solchen diätetischen Selbstgeißelung um die Feiertage hat, testeten die Forscher allerdings nicht.

Quelle: Mason F et al. BMJ 2018; 363: k4867