Zahnärzte trinken, Frauenärzte nehmen Schmerzmittel

Autor: Friederike Klein

Auch Ärzte greifen zu Drogen und verfallen einer Sucht. © iStock/alfexe

Wie gehen Ärzte in Deutschland selbst mit potenziell abhängig machenden Substanzen um? Das brachte eine Umfrage auf fünf großen Kongressen verschiedener Fachrichtungen an den Tag.

Zahnmediziner verordneten sich selbst mit 4,3 % am häufigsten Sedativa, die andere Fachgruppen kaum nannten. Gynäkologen greifen am häufigsten zu Schmerzmitteln (14,9 %), heißt es in dem Poster vom Team um Privatdozentin Dr. Petra Beschoner­ vom Universitätsklinikum Ulm. Analgetika nutzen Psychiater und Psychotherapeuten nur zu 6,9 % – ebenso häufig wie Antidepressiva, die wiederum Kollegen anderer Fächer selten angaben. Einen risikoreichen Alkoholkonsum wiesen 18 % der Zahnärzte auf; bei den übrigen Fachgruppen schwankte der Anteil zwischen 12 und 14 %.

Bislang stammten Daten zum Substanzkonsum von Ärzten überwiegend aus dem Ausland. Doch auch Mediziner verschiedener Fachrichtungen in Deutschland verhalten sich diesbezüglich teilweise riskant. Da Substanzkonsum und Suchterkrankungen bei Ärzten hierzulande besonders stigmatisiert sind, empfehlen die Autoren, für diese Berufsgruppe besondere niederschwellige Angebote zur Suchtberatung zu entwickeln.

Quelle: 20. Inter­disziplinärer Kongress für Suchtmedizin