Anzeige

Mammakarzinom

Definition

Das Mammakarzinom ist der häufigste maligne Tumor der Frau. Histologisch dominiert das invasive duktale Karzinom, gefolgt vom invasiven lobulären, dem tubulären, dem muzinösen und dem medullären Karzinom. Das duktale Carcinoma in situ (DCIS) und die atypische duktale Hyperplasie (ADH) sind Präkanzerosen.

Das Mammakarzinom bei Männern ist eine eher seltene Erkrankung. Etwa ein Viertel der Patienten hat eine genetische Prädisposition, am häufigsten mit BRCA2-Mutationen, der CHEK2-Mutation del1100C oder dem Klinefelter-Syndrom. Histologisch dominiert das invasive duktale Karzinom. Die meisten Erfahrungen in Diagnostik und Therapie des Mammakarzinoms wurden bei Frauen gesammelt und auf die Situation der Männer übertragen.

ICD10-Code: C50

Mehr zum Thema

Seit dem Jahr 2000 hat sich die Prognose von Patientinnen mit HR-positivem frühem Mammakarzinom deutlich verbessert. Das belegt eine große...

mehr
Anzeige
Anzeige
Symptomatik

Symptomatik (Frau)

Lokale Symptome:

  • tastbarer Knoten
  • Hautveränderung oberhalb des Tumors einschließlich der sogenannten Orangenhaut (peau d‘orange)
  • Einziehung der Haut, Veränderung der Kontur, Asymmetrie der Brust
  • Einziehung der Mamille, Sekretion oder Blutung aus der Mamille auf der betroffenen Seite
  • Rötung und Überwärmung bei inflammatorischem Mammakarzinom
  • tastbar vergrößerte Lymphknoten in Axilla oder Supraklavikularregion
  • Selten: Karzinom mit Ausbreitung auf die Brustwand

Allgemeinsymptome:

  • Gewichtsabnahme und Leistungsminderung
  • Schwellung des Arms durch Lymphödem bei Lymphknotenmetastasen der Axilla
  • Knochenschmerzen bei Skelettmetastasen
  • Husten und Dyspnoe bei pulmonaler und/oder pleuraler Metastasierung
  • Ikterus und Leberinsuffizienz bei fortgeschrittener Lebermetastasierung
  • neurologische Symptome bei zerebraler Metastasierung

 

Symptomatik (Mann)

Lokale Symptome:

  • schmerzlose Knotenbildung in der Brust (häufig: retroareolär)
  • Hautveränderung oberhalb des Tumors und Veränderung der Mamille, mit Einziehung, Sekretion oder Ulzeration
  • Rötung und Überwärmung bei inflammatorischem Mammakarzinom

Allgemeinsymptome:

  • Gewichtsabnahme und Leistungsminderung
  • Schwellung des Arms durch Lymphödem bei Lymphknotenmetastasen der Axilla
  • Knochenschmerzen bei Skelettmetastasen
  • Husten und Dyspnoe bei pulmonaler und/oder pleuraler Metastasierung
  • Ikterus und Leberinsuffizienz bei fortgeschrittener Lebermetastasierung
  • neurologische Symptome bei zerebraler Metastasierung
Mehr zum Thema

Wie hoch die Inzidenz von Hirnmetastasen bei der Diagnose der Brustkrebserkrankung ist, wusste man bisher nicht. Onkologen, Strahlentherapeuten und...

mehr

Bei entzündeten schmerzenden Gelenken denkt man nicht an erster Stelle an ein Tumorleiden. In seltenen Fällen präsentieren sich jedoch Malignome unter...

mehr

Mehrere Untersuchungen haben bereits eine Assoziation zwischen Brust- und Darmkrebs vermuten lassen. Eine populationsbasierte Studie untermauert nun...

mehr
Anzeige
Untersuchung

Körperliche Untersuchung (immer im Seitenvergleich) mit Inspektion und Palpation der Brustdrüse sowie Lymphknotenstationen (Lymphadenopathie, Verschieblichkeit) sowie neurologischer Untersuchung der Arme (Plexus brachialis infiltriert?). 

Apparative Diagnostik: Mammographie, Sonographie, ggf. Galaktographie, Mamma-MRT, 

Histologische Sicherung der Diagnose durch Stanzbiopsie bzw. offene Probeexzision, die Analyse ermöglich zudem ein Grading des Tumors und den Nachweis von Progesteron- und Östrogenrezeptoren sowie HER2/neu. 

Staging: Röntgenthorax, CT (Thorax, Abdomen, Schädel), Skelettszintigraphie, PET-CT

Mehr zum Thema

Eine Hormontherapie erhöht das Brustkrebsrisiko von Transfrauen. Dagegen scheint die androgene Behandlung von Trans­männern vor der Erkrankung zu...

mehr

Das Mammographie-Screening ist mittlerweile fester Bestandteil der Krebsfrüherkennungsprogramme in Deutschland. Eine aktuelle Auswertung der...

mehr

Immer mehr Frauen lassen sich auf ganze Gruppen potenzieller Brustkrebsgene testen – die Panel-Diagnostik macht es möglich. Unklar war bisher jedoch,...

mehr

Weisen Frauen mit Brustkrebs eine geringe mammographische Dichte auf, so erhöht sich scheinbar das Risiko, nach einer axillären Dissektion an einem...

mehr

Bei einer positiven Brustkrebs-Familienanamnese ist das Risiko von Frauen, an einem Mammakarzinom zu erkranken, rund doppelt so hoch wie in der...

mehr

Bei der Behandlung des frühen Mammakarzinoms soll eine Übertherapie vermieden werden. Ein Hilfsmittel ist dabei etwa eine 70-Gen-Signatur, die...

mehr
Labor

Bei der initialen Diagnostik wird hauptsächlich der Hormonstatus der Patientin untersucht (Östrogen, Prolaktin, FSH).

Eine zunehmend wichtige Rolle spielt die erweiterte Tumorgenomik, mit ihrer Hilfe lässt sich das Aktivitätslevel verschiedener Tumorgene bestimmen. Das ermöglicht Aussagen über das Wachstumsverhalten und die Metastasierungsneigung des Malignoms und vor allem zum Ansprechen auf bestimmte Therapien.

Mehr zum Thema

Brustkrebs ist oft doppelt negativ oder positiv für den Östrogen- und den Progesteron-Rezeptor. Für einfach positive Tumoren ist nicht viel bekannt...

mehr

Ein neuer mRNA-basierter ERBB3-Expressionstest nutzt die „Nanostring nCounter-Platform“ und kann vermutlich vorhersagen, welche...

mehr

Einige Betroffene mit frühem HER2+ Brustkrebs erreichen auch ohne neoadjuvante Chemo ein pathologisches Komplettansprechen. Für sie reicht eine gegen...

mehr

Nicht alle Patientinnen mit frühem HR+/HER2- Mammakarzinom benötigen postoperativ eine Chemotherapie. Das gilt offenbar auch, wenn nach klinischen...

mehr

Frauen mit triple-negativem Mammakarzinom im Frühstadium haben ein erhöhtes Risiko für ein Tumorrezidiv, wenn sich nach einer neoadjuvanten...

mehr

Wann sollten Frauen mit Mammakarzinom eine genetische Testung erhalten und wann nicht? Die AGO Mamma hat dazu aktualisierte Kriterien festgelegt. Neu...

mehr
Anzeige
Differenzialdiagnostik

Benigne Veränderungen z.B. Mastitis, Fibroadenom, Mastopathie, Milchgangspapillom

Pharmakotherapie und nichtinvasive Therapie

Neben der Operation steht noch eine Reihe konservativer Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Sie werden je nach genauer Klassifikation des Tumors und meist ergänzend zur chirurgischen Resektion eingesetzt. Dazu zählen z.B. verschiedene Chemotherapien, Antihormontherapien und zielgerichtete Behandlungen, die gegen im ganzen Körper verstreute Tumorzellen und Metastasen vorgehen können. Eine neoadjuvante Therapie kann den Tumor so verkleinern, dass er operiert werden kann, evtl. sogar brusterhaltend. 

Mehr zum Thema

Eine adjuvante endokrine Therapie parallel zur Chemotherapie, die Stärkung der Ovarialfunktionssuppression und eine Off-Label-Ergänzung mit...

mehr

Für die Behandlung von Patientinnen mit metastasiertem tripel-negativem oder HER2-positivem Brustkrebs hat die AGO Mamma vor dem Hintergrund der...

mehr

Frühe Mamma­karzinome werden meist brust­erhaltend entfernt. Voraussetzung ist eine geringe Tumorgröße. Mit Zytostatika, Östrogenblockern oder...

mehr

CDK4/6-Inhibitoren haben sich in Kombination mit dem endokrinen Standard als erste Behandlungsoption für Frauen mit metastasiertem...

mehr

Die Therapie von Brustkrebs ist sehr komplex. Vor diesem Hintergrund hat sich die AGO Mamma dazu entschlossen, für verschiedene Erkrankungssituationen...

mehr

Bringt der adjuvante Einsatz von CDK4/6-Inhibitoren Patientinnen mit HR+/HER2- Brustkrebs Vorteile? Zumindest für Abemaciclib deuten die Daten der...

mehr

Ziel der Konferenz in St. Gallen ist es, einen internationalen Konsens zur Behandlung des frühen Mammakarzinoms für den klinischen Alltag...

mehr
Invasive und Interventionelle Therapie

Eine zentrale Rolle in der Therapie des Mammakarzinoms nimmt nach wie vor die Operation ein, Ziel ist bei allen nicht fortgeschrittenen Tumoren die Exzision im Gesunden (R0). Die brusterhaltende Operation mit adjuvanter Bestrahlung ist beim lokoregionalen Karzinom hinsichtlich der Überlebensrate der modifiziert radikalen Mastektomie gleichwertig.

Mehr zum Thema

Mit welcher Methode soll nach der Entfernung von malignen Hirnläsionen bestrahlt werden: per Ganzhirnbestrahlung oder mit dem Cyberknife? Zum...

mehr

Ausbehandelt? Von wegen: Eine Frau überwindet ihren metastasierten Brustkrebs durch eine weiterentwickelte T-Zell-Therapie. Auch 22 Monate später ist...

mehr

Die Lebensqualität familiär belasteter mastektomierter Brustkrebspatientinnen ist deutlich schlechter als die noch nicht erkrankter Frauen mit...

mehr

Schon nach 30 Tagen schließt sich das Fenster für den optimalen Start der adjuvanten Chemotherapie des triple-negativen Mammakarzinoms.

mehr

Ist ein Brustkrebs bei Erstdiagnose bereits metastasiert, wird der Primärtumor momentan nicht operiert. Dass das auch so bleiben sollte, deuten...

mehr

Bei Brustkrebs danken viele, dass eine radikale Mastektomie die sicherere Lösung ist. Schwedische Wissenschaftler raten allerdings, besser...

mehr
Prävention

Jeder Frau wird empfohlen, sich einmal im Monat selbst die Brust abzutasten, ab dem 30. Lebensjahr wird eine einmal jährliche Tastuntersuchung durch den Arzt empfohlen. Ein Mammographie-Screening wird Frauen im Alter zwischen 50 und 70 Jahren in zweijährigen Abständen angeboten.

Bei Hinweisen auf ein familiäres Mammakarzinom wird kann eine Testung auf BRCA1- und BRCA2-Mutationen sinnvoll sein, gefolgt von einer prophylaktischen Operation. Ohne diesen Eingriff entwickeln fast alle Frauen mit einer dieser Mutationen bis zum 70. Lebensjahr ein Mammakarzinom.

Mehr zum Thema

Je höher das persönliche Grundrisiko für Brustkrebs, desto größer der positive Einfluss von Bewegung, maßvollem Alkoholkonsum und Nikotinverzicht.

mehr

Raten Sie Ihren Patientinnen jenseits der 50, abzunehmen, um ihr Brustkrebsrisiko zu senken – insbesondere, wenn sie adipös sind.

mehr

Wer Kuhmilch trinkt, könnte damit sein Risiko für Brustkrebs erhöhen. In einer Studie machten bereits kleine Mengen einen großen Unterschied.

mehr

Im Zentrum der Evaluation des Brustkrebsrisikos und möglicher präventiver Maßnahmen steht das risikoadaptierte Vorgehen. Frauen mit erhöhtem...

mehr

Bei wem, wann und wie intensiv? Das sind die Fragen, die zum Thema Brustkrebsscreening anhaltend diskutiert werden. In vielen Ländern mit hohem...

mehr
Notfallmanagement
Mehr zum Thema

Etwa 700 Schwangere erkranken jedes Jahr in Deutschland an Brustkrebs. Dabei haben sie häufiger einen aggressiven Tumor und eine schlechtere Prognose...

mehr
Leitlinien

Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO), Schweizerische Gesellschaft für Medizinische Onkologie (SGMO),Schweizerische Gesellschaft für Hämatologie (SGH), Österreichische Gesellschaft für Hämatologie & Medizinische Onkologie (OeGHO):
Mammakarzinom der Frau

Deutsche Krebsgesellschaft (DKG), Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG):
Mammakarzinom der Frau; Diagnostik, Therapie und Nachsorge

Patienteninformationen
Mehr zum Thema

Die Diagnose Mammakarzinom erhalten jährlich rund 70.000 Frauen in Deutschland. Der Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen, die...

mehr
Kasuistik
Mehr zum Thema

Eine meiner Patientinnen, eine ehemalige Schullehrerin, stellte sich in meiner Praxis mit glaubhaft heftigsten klimakterischen Beschwerden vor und...

mehr
Forschung
Mehr zum Thema

Die anti-HER2-gerichteten Substanzen Tucatinib, Neratinib, Margetuximab und Trastuzumab Deruxtecan bewirkten in klinischen Studien zum Teil...

mehr

Ob zirkulierende Tumorzellen als prädiktiver Marker nutztbar sind, warum man sich über die Ergebnisse der monarchE-Studie nicht zu früh freuen sollte...

mehr

Mit Spannung wurden die Ergebnisse der Phase-3-Studie OlympiA erwartet. Sie bestätigen dem PARP-Inhibitor Olaparib bei Frauen mit frühem...

mehr

CDK4/6-Inhibitoren bilden in Kombination mit einem Aromatasehemmer bzw. mit Fulvestrant den Standard in der Erstlinie des HR+/HER2- fortgeschrittenen...

mehr

Bei positivem HR-Status ist die endokrinbasierte Therapie in der Erstlinie Standard. Ob auch Brustkrebspatientinnen in der metastasierten Situation...

mehr

Frauen mit triple-negativem Mammakarzinom scheinen langfristig von einer neoadjuvanten Checkpoint-Inhibition zu profitieren: Die Addition des...

mehr
Abrechnung

Verschenken Sie kein Honorar: Das „Gebühren-Handbuch digital“ ist die ideale Weiterentwicklung der Printausgabe des bekannten „Medical Tribune Gebühren-Handbuchs“ - statt 2000 Buchseiten der schnelle digitale Zugriff.

Was Ihnen die Abrechnung leichter macht:

  • die immer aktuelle Fassung von EBM und GOÄ (Einheitlicher Bewertungsmaßstab und Gebührenordnung für Ärzte)
  • Tipps und Experten-Kommentare zur Honorarabrechnung (EBM/GOÄ), graphisch aufbereitet und leicht verständlich
  • Kommentare von Kollegen lesen und selbst kommentieren
  • persönliche Notizen und Lesezeichen setzen

Zum Gebühren-Handbuch digital »

Mehr zum Thema

Das Genehmigungs- und Prüfverfahren zur kurativen Mammographie läuft seit 1. Oktober einfacher ab.

mehr

Fortbildungen

Keine Fortbildung für diesen Fachbereich gefunden

Alle Fortbildungen




Diese Informationen dienen ausschließlich der Aus- und Weiterbildung von Angehörigen und Studenten der medizinischen Fachkreise (z.B. Ärzte) und enthalten nur allgemeine Hinweise. Sie dürfen nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden und sind kein Ersatz für eine ärztliche Beratung oder Behandlung. Die jeweiligen Autoren haben die Inhalte nach bestem Wissen gepflegt. Dennoch sollten Sie die Informationen stets kritisch prüfen und mit zusätzlichen Quellen vergleichen. Die Autoren und die Betreiber von medical-tribune.de übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch nicht-kontrollierte Anwendung von Empfehlungen und Inhalten entstehen. Beiträge, die Angaben zum Einsatz und zur Dosierung von Medikamenten machen, sind die persönliche Einschätzung der Autoren. Sie ersetzen nicht die Empfehlungen des Herstellers oder des behandelnden Arztes oder Apothekers.