Aktive Bettruhe fördert die Wundheilung

Autor: Dr. Anja Braunwarth

Voraussetzung in jedem Fall: Die Kranken müssen mitarbeiten. © iStock.com/catinsyrup

„Aktiv“ und „Bettruhe“: zwei Begriffe, die scheinbar nicht zusammenpassen. Tatsächlich handelt es sich aber um ein erfolgreiches Programm bei chronischen Ulzera.

Eines der großen Probleme bei therapieresistenten Ulzera ist die Stauung. „Und die folgt nun einmal klar der Schwerkraft“, erklärte Sonja Koller vom Wundzentrum am Landesklinikum Melk. Da man nun die Patienten schlecht zum Mond fliegen oder untertauchen kann, bleibt als Gegenmittel nur eine Lageänderung.

Darauf basiert das Konzept der aktiven Bettruhe. Im Bett liegend absolvieren die Patienten in regelmäßigen Abständen sieben verschiedene Bewegungsübungen mit und ohne Theraband. Damit wirkt man der Gravitation entgegen bzw. macht sie sich beim Hochheben der Beine zunutze. Kombiniert wird die aktive Bettruhe mit Kompressionstherapie und einer Heparinprophylaxe.

Reduktion von Beinumfang, Schmerz und Wundgröße

Zum Programm gehört auch Atemgymnastik, „denn das Zwerchfell ist die größte Muskelpumpe, die wir haben“, erklärte die Referentin. Als Ziel der aktiven Bettruhe nannte sie die Reduktion von Beinumfang, Schmerz und Wundgröße. Dass man all dies erreichen kann, zeigt eine Auswertung aus ihrem Haus von 55 Patienten mit 64 betroffenen Beinen. Voraussetzung in jedem Fall: Die Kranken müssen mitarbeiten. Wer faul liegen bleiben will oder dauernd herumläuft, sei bei ihnen fehl am Platz, betonte Sonja Koller.

Quelle: 1. Nürnberger Wundkongress