ALL: Rezidivschutz durch CAR-T-Zellen?

Autor: Friederike Klein

Ob der positive Effekt von Dauer ist, bleibt noch offen. © iStock.com/FatCamera

Die bisher zugelassenen CAR-T-Zell-Produkte richten sich nur gegen das CD19-Antigen. In einer Studie wird nun zudem das CD22-Antigen anvisiert.

Seit einigen Jahren sorgt die Therapie der rezidivierten oder refraktären akuten lymphatischen Leukämie (r/r ALL) mit autologen CD19-CAR-T-Zellen für Aufsehen. Jedoch kommt es unter der Therapie auch häufig wieder zu Rezidiven. Wenn diese auftreten, sind sie meist CD19-negativ.

Rezidive durch duale Blockade verhindern

Die simultane Blockade zweier Antigene könnte das Ansprechen auf die Therapie weiter vertiefen und einen Antigen-Escape-Mechanismus unterbinden, der solche Rezidive möglicherweise verhindert, erklärte Dr. Liora M. Schultz, Division of Hematology and Oncology, Stanford University, Palo Alto.

Derzeit prüft sie mit Kollegen in einer Phase-I-Studie eine solche bispezifische CD19-/CD22-CAR-T-Zell-Therapie bei pädiatrischen Patienten mit r/r ALL. Die Produktion des Präparats gelang bei allen vier Patienten im Alter zwischen 2 und 17 Jahren.

Ob der Effekt von Dauer ist, bleibt noch offen

Die Therapie führte maximal zu einem Zytokin-Freisetzungs-Syndrom des Grads 2 und einer Neurotoxizität des Grads 1. Alle Patienten erreichten eine morphologische Komplettremission, drei von vier auch eine Freiheit von messbarer minimaler Resterkrankung. Die Dosiseskalation im Rahmen der Studie wird weiter fortgesetzt.

Ob die Remissionsraten anhaltend verbessert und Rezidive verhindert werden können, muss sich nach längerer Beobachtung zeigen, so die Referentin.

Quelle: Schultz LM et al. ASH 2018; Abstract #898
ASH-Jahrestagung 2018