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Anabolika fördern die Hirnalterung

Autor: Dr. Dorothea Ranft

Nach den Ergebnissen der kranialen Magnetresonanztomographie waren die Gehirne der Anabolikakonsumenten erheblich vorgealtert. Nach den Ergebnissen der kranialen Magnetresonanztomographie waren die Gehirne der Anabolikakonsumenten erheblich vorgealtert. © iStock/Spanic
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Anabolika lassen zwar den Körper kräftig erscheinen. Doch gleichzeitig sorgen sie wohl dafür, dass das Gehirn schneller altert.

Wenn Sie Sportler und Bodybuilder vom Anabolikakonsum abbringen wollen, haben Sie ein neues Argument zur Hand: Die Substanzen lassen das Gehirn schneller altern. Schon länger ist bekannt, dass Anabolikakonsumenten in kognitiven Tests schlechter abschneiden. Unklar war bisher nur, warum das so ist. Dr. Astrid Bjørnebekk von der Universität Oslo und ihre Kollegen gingen der Sache nun genauer nach. Sie trainierten einen Computer anhand öffentlich zugänglicher MRT-Daten von fast 2000 gesunden Männern zwischen 18 und 92 Jahren darauf, wie sich die Gehirnstruktur im Laufe des Lebens verändert. Pro Hemisphäre wurden Dicke und Volumen für 180 relevante Regionen erfasst. Auf Basis dieser Befunde konnten die Wissenschaftler das Gehirnalter der Teilnehmer ermitteln.

Diese Fähigkeit nutzten sie zur genaueren Erforschung der zerebralen Anabolikawirkung. Für ihre Studie untersuchten sie 130 Gewichtheber mit prolongiertem anabolem Steroidkonsum (≥ 1 Jahresdosis) mittels kranialer Magnetresonanztomographie. Zum Vergleich dienten 99 Sportler der gleichen Disziplin ohne medikamentöse Nachhilfe. Für jeden einzelnen Teilnehmer wurde die Differenz zwischen den laut Kernspindiagnostik vorliegenden Lebensjahren und den tatsächlich erlebten geschätzt.

Dabei zeigte sich, dass die Gehirne der Anabolikakonsumenten erheblich vorgealtert waren. Dieser Unterschied ließ sich weder mit dem Gebrauch anderer Substanzen noch mit einer Depression oder einer vorbestehenden Intelligenzminderung erklären.

Risiko für neurodegenerative Erkrankungen erhöht

Die festgestellten zerebralen Veränderungen könnten die Lebensqualität von Betroffenen erheblich vermindern, warnen die Studienautoren. Denn ein erhöhtes Gehirnalter ist mit einer verschlechterten kognitiven Funktion und einem größeren Risiko für verschiedene neurodegenerative Erkrankungen verbunden.

Quelle: Bjørnebekk A et al. Biological Psychiatry 2021; DOI: 10.1016/j.bpsc.2021.01.001

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