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Autoimmundiabetes: Das sollten Sie bei Patienten mit LADA beachten

Autor: Friederike Klein

Die Parallelen zu Diabetes Typ 1 und 2 erschweren die Diagnose des LADA, doch sind essentiell für dessen Therapie. Die Parallelen zu Diabetes Typ 1 und 2 erschweren die Diagnose des LADA, doch sind essentiell für dessen Therapie. © RFBSIP – stock.adobe.com
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Ein latenter Autoimmundiabetes des Erwachsenen (LADA) weist pathogenetisch Gemeinsamkeiten mit Typ-1-Diabetes auf, entspricht klinisch aber eher Diabetes Typ 2. Was ist bei der Versorgung von Patienten mit LADA zu beachten?

Etwa jeder zehnte Patient mit Dia­betes ist von LADA betroffen, sagte Professor Dr. Nanette C. Schloot vom Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) Düsseldorf. Zahlenmäßig ist diese Gruppe von Patienten damit größer als die mit Typ-1-Diabetes. Ein routinemäßiges Antikörper-Screening bei Diabetes­patienten ist aber nicht notwendig, betonte sie.

Die Patienten mit LADA entwickeln zwar durch progressiven Betazellverlust eine besonders rasche Insulinbedürftigkeit. Als Surrogatmarker kann dafür aber der HbA1c dienen, der sowieso regelmäßig kontrolliert werden sollte. Diese regelmäßige HbA1c-Kontrolle und eine ebenso regelmäßige Therapieanpassung sind bei diesen Patienten besonders wichtig.

Randomisiert-kontrollierte Studien zur Therapie des LADA gibt es derzeit nicht. Die Patienten sollten keine Sulfonylharnstoffe bekommen, werden aber ansonsten wie Patienten mit Typ-2-Diabetes behandelt. SGLT2-Hemmer sind bislang in dieser Situation nicht untersucht, hier könnte das Risiko für eine diabetische Ketoazidose bei niedrigem C-Peptid besonders erhöht sein, warnte Prof. Schloot.

Zu beachten ist, dass die Patienten zwar insgesamt eine bessere glykämische Kontrolle haben als Patienten mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes, aber mehr schwere Hypoglykämien entwickeln als Patienten mit Typ-2-Diabetes. Die Komplikationsraten scheinen nach den Daten der Diabetespatienten-Verlaufsdokumentation (DPV) ähnlich denen von Patienten mit Typ-2-Dia­betes, erläuterte sie. Es zeigte sich aber ein Trend hin zu mehr kardiovaskulären Risikofaktoren und signi­fikant mehr Mikroalbuminurie bei Patienten mit LADA im Vergleich zu Patienten mit Typ-1-Diabetes.

Kongressbericht: Diabetes Kongress 2019


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