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Bariatrische Chirurgie: Geringe Frakturgefahr nach Sleeve-Gastrektomie

Autor: Dr. Barbara Kreutzkamp

Die Befürchtung, dass Adipöse durch den Gewichtsverlust nach einer bariatrischen OP ein erhöhtes Frakturrisiko tragen, ist wohl unbegründet. Die Befürchtung, dass Adipöse durch den Gewichtsverlust nach einer bariatrischen OP ein erhöhtes Frakturrisiko tragen, ist wohl unbegründet. © iStock/themacx
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Bariatrische Eingriffe scheinen die Knochengesundheit doch nicht zu gefährden. Die Frakturrate liegt bei den Operierten nicht höher als bei Adipösen ohne OP.

Die Befürchtung, dass Adipöse durch den Gewichtsverlust nach einer bariatrischen OP ein erhöhtes Frakturrisiko tragen, ist unbegründet. Darauf lassen zumindest die Ergebnisse einer großen retrospektiven Studie aus den USA mit mehr als 49 000 stark übergewichtigen Patienten schließen.

Für ihre Analyse unterschieden die Wissenschaftler drei Gruppen: Patienten, die zwischen 2004 und 2014 einen Roux-en-Y-Magenbypass (RYGB) gelegt bekommen hatten oder einer Sleeve-Gastrektomie unterzogen worden waren. Oder Personen, die zwar für einen bariatrischen Eingriff infrage gekommen wären, im besagten Zeitraum aber keinen erhielten. Alter, Geschlechterverteilung, Komorbiditäten sowie Zigaretten- und Alkoholkonsum waren in den Kohorten vergleichbar.

Im primären Endpunkt, dem allgemeinen Frakturrisiko drei Jahre nach der (möglichen) OP, unterschieden sich nicht-operierte Teilnehmer und Patienten mit eingelegtem Magenbypass nicht voneinander. In beiden Kollektiven lag die Rate registrierter Knochenbrüche bei 3,4 % bzw. 3,2 %. Zu deutlich weniger Frakturen war es nach einer Gastrektomie gekommen (1,8 %). Weiterhin zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den OP-naiven Übergewichtigen und RYGB-Patienten, wenn nach einzelnen Brüchen differenziert wurde. Anders wiederum bei den Gastrektomiepatienten, die im Vergleich zu den Nicht-Operierten jeweils signifikant niedrigere Frakturrisiken aufwiesen.

Schlauchmagen als Therapie der Wahl

So betrug die Odds Ratio (OR) beispielsweise für Brüche der Oberarmknochen 0,57, für Frakturen an Radius/Ulna 0,38, für Hüftbrüche 0,49 und für Frakturen an den Beckenknochen 0,34. Insgesamt hatte sich das Frakturrisiko mit einem Schlauchmagen nahezu halbiert (OR 0,53). Unterschiede zeigten sich außerdem zwischen den Eingriffen. Drei Jahre nach RYGB war es im Mittel fast doppelt so wahrscheinlich, irgendeine Fraktur zu erleiden (OR 1,79). Die Gefahr für Einzelfrakturen wiederum war in beiden Gruppen vergleichbar. Entsprechend resümieren die Autoren, dass ein Schlauchmagen bei der OP-Wahl bevorzugt werden sollte.

Quelle: Khalid SI et al. JAMA Netw Open 2020; DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2020.7419

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