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Atopische Dermatitis Bei Kindern auf mentale Gesundheit achten

Autor: Dr. Anne Benckendorff

Im Vergleich zu Kindern ohne die Hauterkrankung traten die psychischen Probleme bei den Kindern und Jugendlichen mit schwerer AD etwa doppelt so häufig auf. (Agenturfoto) Im Vergleich zu Kindern ohne die Hauterkrankung traten die psychischen Probleme bei den Kindern und Jugendlichen mit schwerer AD etwa doppelt so häufig auf. (Agenturfoto) © iStock/triocean
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Eine Neurodermitis beeinträchtigt die Lebensqualität und die Psyche. Verhaltensänderungen zeigen sich sogar schon bei Vierjährigen.

Die atopische Dermatitis (AD) hinterlässt nicht nur Spuren auf der Haut. Obwohl Kinder und Jugendliche besonders häufig betroffen sind, ist über mentale Komorbiditäten in dieser Altersgruppe weniger bekannt als bei Erwachsenen. Wissenschaftler werteten daher prospektiv erhobene Daten einer britischen Geburtenkohorte mit etwa 11.200 Babys aus, die in den Jahren 1991/92 geboren worden waren. Die Kinder (bzw. stellvertretend ihre Eltern) waren in regelmäßigen Abständen mit standardisierten Fragebogen zu möglichen Symptomen einer AD, internalisierendem Verhalten sowie Depressionen befragt worden.

Bereits Vierjährige zeigen Verhaltensänderungen

Im Alter von drei Jahren litten demnach 19 % der Kleinen an einer aktiven AD, im Alter von 18 Jahren waren es 14,5 %. Die Prävalenz depressiver Symptome betrug in der Kohorte zu unterschiedlichen Zeitpunkten zwischen 6 % und 22 %. Anzeichen eines internalisierenden Verhaltens zeigten zwischen 10 % und 16 % der Befragten.

Im Vergleich zu Kindern ohne die Hauterkrankung traten die psychischen Probleme bei den Kindern und Jugendlichen mit schwerer AD etwa doppelt so häufig auf. Bereits bei milder oder moderater AD war eine klare Assoziation mit internalisierendem Verhalten sichtbar, und das bereits in einem Alter von vier Jahren. Analysen zufolge kann möglicherweise eine schlechtere Schlafqualität diese Effekte zum Teil erklären. Ein Zusammenhang mit anderen neurodermitisassoziierten Erkrankungen wie Asthma oder Rhinitis sowie Entzündungsmarkern ließ sich nicht feststellen.

Die Autoren schließen, dass Ärzte die psychologischen Belange von Kindern und Jugendlichen mit AD gut im Blick behalten müssen. Zudem betonen sie, wie wichtig es ist, die Effekte neuer AD-Therapien auf die mentale Gesundheit insbesondere von pädiatrischen Patienten zu untersuchen.

Quelle: Kern C et al. JAMA Dermatol 2021; DOI: 10.1001/jamadermatol.2021.2657

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