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Demenzprävention Besseres Sehen könnte dem kognitiven Abbau entgegenwirken

Autor: Maria Weiß

Einen grauen Star früh zu operieren, lohnt sich auch für das Gehirn. Einen grauen Star früh zu operieren, lohnt sich auch für das Gehirn. © iStock/Valeria Blanc
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Eine Augen-OP könnte vor Demenz schützen. Das haben US-amerikanische Forscher an Patienten mit Katarakt herausgefunden.

Da es immer noch keine effektive Therapie der Demenz gibt, sollte alles versucht werden, der Entwicklung vorzubeugen. Möglicherweise gehört auch eine rechtzeitige Katarakt-Operation dazu, wie eine Kohortenstudie von Dr. Cecilia­ Lee von der Abteilung für Ophthalmologie an der Universität Washington und Kollegen nahelegt.

Signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen

Darin eingeschlossen wurden 3.038 über 65-Jährige mit einer Katarakt-Diagnose, die in einem mittleren Alter von 74 Jahren gestellt worden war. Bei 1.382 Teilnehmern wurde eine Operation durchgeführt, bei 1.656 nicht.

Die Katarakt-Operation war mit einem signifikant geringeren Risiko für eine Demenz assoziiert (HR 0,71) – unabhängig von Dauer der Ausbildung, ethnischer Zugehörigkeit (basierend auf Selbsteinschätzung) oder Raucheranamnese und stratifiziert nach Alter, Geschlecht und Apolipoprotein-E-Status. Auch bei alleiniger Betrachtung der Alzheimer-Demenz wirkte die Katarakt-OP schützend.

Über die Ursachen der protektiven Effekte kann bisher nur spekuliert werden, schreiben die US-amerikanischen Ärzte. Denkbar wäre, dass die Einschränkung des Sehvermögens zu psychosozialen Problemen, sozialem Rückzug und verminderten Aktivitäten führt – alles Faktoren, die mit einer Demenzentwicklung einhergehen. Auch eine Förderung neurodegenerativer Prozesse durch den Visusverlust ist möglich, genauso wie eine Mehrbelastung des Gehirns durch die Kompensation visueller Defizite. Den genauen Mechanismen sollte in weiteren Studien nachgegangen werden, fordern die Autoren.

Quelle: Lee CS et al. JAMA Intern Med 2021; DOI: 10.1001/jamainternmed.2021.6990

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