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Bildschirmnutzung schwächt Nervenbahnen im Kinderhirn

Autor: Dr. Sascha Bock

Lässt man die Kinder schon zu früh an Tablet, Fernseher und Smartphone, leidet darunter das Gehirn. Lässt man die Kinder schon zu früh an Tablet, Fernseher und Smartphone, leidet darunter das Gehirn. © Andrey Popov – stock.adobe.com
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Regelmäßig wird bei Kindern vor Entwicklungsstörungen durch zu viel Fernsehen oder Daddeln gewarnt. Dass diese Warnungen berechtigt sind, zeigen MRT-Bilder von Drei- bis Fünfjährigen.

Verzögerte Sprachentwicklung, schlechter Schlaf, geringe Bindung zu den Eltern – es gibt viele Gründe, die Fernseh-, Computer- und Tabletzeit von Kindern einzuschränken. Wie genau sich die Gerätenutzung auf die kindliche Hirnentwicklung auswirkt, zeigen Dr. John S. Hutton vom Cincinnati Children‘s Hospital Medical Center und Kollegen in einer aktuellen Studie.

Sie untersuchten 47 gesunde Drei- bis Fünfjährige im MRT mittels Diffusions-Tensor-Imaging. Da gerade Organisation und Myelinisierung der neuronalen Trakte sensibel auf Umwelteinflüsse reagieren, stand die weiße Substanz im Fokus der Bildgebung. Zuvor hatten sich die Kids altersgerechten Tests zur Sprach-, Lese- und Schreibfähigkeit unterzogen. Ihre Eltern mussten einen Fragebogen zur Mediennutzung ausfüllen (Häufigkeit, Zugang, Inhalte etc.).

Reduzierte kognitive Funktion im MRT sichtbar

Je länger die Kleinen am Bildschirm hingen, desto schlechter fielen ihre Testergebnisse aus: Altersadaptiert waren phonetisches Bewusstsein, vorhandenes Vokabular sowie Schreib- und Lesekompetenz reduziert.

Die Magnetresonanztomographie lieferte dazu passende Bilder. Eine niedrigere fraktionelle Anisotropie (weniger Organisation) und eine höhere radiale Diffusivität (weniger Myelin) sprachen für mikrostrukturelle Defizite in der weißen Substanz. Die Experten sehen in den Ergebnissen einen klaren Forschungsauftrag.

Quelle: Hutton JS et al. JAMA Pediatr 2019; DOI: doi.org/10.1001/jamapediatrics.2019.3869

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