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Coronavirus: Verstorbene obduzieren!

Autor: Kathrin Strobel

Die Gesellschaften fordern möglichst viele innere Leichenschauen. Die Gesellschaften fordern möglichst viele innere Leichenschauen. © iStock/kemalbas
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Bei mit SARS-CoV-2 in Verbindung gebrachten Todesfällen sind derzeit zahlreiche Fragen offen. Manche davon ließen sich durch Obduktionen klären. Zwei Fachgesellschaften fordern daher, bei COVID-19-Verstorbenen eine innere Leichenschau durchzuführen.

Der Bundesverband Deutscher Pathologen und die Deutsche Gesellschaft für Pathologie fordern, möglichst viele COVID-19-Verstorbene zu obduzieren. Im besten Fall lassen sich aus Befunden der Pathologie und Neuropathologie neue Erkenntnisse gewinnen, zum Beispiel über den Verlauf der Erkrankung oder zu Therapieoptionen.

Das RKI warnt jedoch, dass es sich bei der inneren Leichenschau um eine aerosolproduzierende Maßnahme handelt. Sie gehe mit einem erhöhten Infektionsrisiko einher. Dies sei zwar ein wichtiger Aspekt, räumen die Experten der Gesellschaften ein. Diese Tatsache allein biete aber keine ausreichende Entscheidungsgrundlage – zumal bei einer nach den gängigen Vorgaben durchgeführten Obduktion das Personal adäquat geschützt sei.

An der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen wird derzeit ein Register eingerichtet, in dem alle relevanten Informationen von COVID-19-Obduktionen im deutschsprachigen Raum erfasst werden sollen. Die Asservierung des Untersuchungsgewebes erfolgt dezentral. Durch das Register soll ein schneller Wissenstransfer innerhalb der Pathologie, aber auch an andere Fachbereiche wie Intensivmedizin und Pneumologie sowie an die zuständigen Behörden ermöglicht werden, heißt es vonseiten des BDP und der DGP.

Quelle: Pressemitteilung – Bundesverband Deutscher Pathologen (BDP) und Deutsche Gesellschaft für Pathologie (DGP)

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