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COVID-19: Empfehlungen zur Grippeimpfung bleiben unverändert

Autor: Kathrin Strobel

Bei der Grippeimpfung gilt weiterhin: ältere und chronisch kranke Patienten zuerst. Bei der Grippeimpfung gilt weiterhin: ältere und chronisch kranke Patienten zuerst. © iStock/gchutka
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Trotz der Coronapandemie hält die STIKO an ihren bisherigen Empfehlungen zur Influenzaimpfung fest. Davon, im großen Stil auch Nicht-Risikogruppen zu immunisieren, halten die Experten nichts.

In den letzten Wochen und Monaten wurden Stimmen laut, die angesichts der Coronapandemie eine Ausweitung der Empfehlung für die Influenzaimpfung auf die gesamte Bevölkerung forderten. Hierauf hat die STIKO nun reagiert und eine Stellungnahme veröffentlicht.­

Nicht genug Impfstoff für die gesamte Bevölkerung

In ihr bekräftigen die Experten die bisherige Einschätzung, dass bevorzugt jene Personengruppen geimpft werden sollen, die ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe mit hohem Risiko für einen Krankenhausaufenthalt haben. Das betrifft z.B. ältere Menschen sowie chronisch Kranke.

Die Vakzinierung wird zudem für alle empfohlen, die berufsbedingt eine höhere Erkrankungswahrscheinlichkeit haben und epidemio­logisch bedeutsam sind. Hiermit sind vor allem Beschäftigte im Gesundheitswesen gemeint. Neben den genannten Gruppen sollen idealerweise auch Schwangere und Bewohner von Alters- und Pflegeheimen geimpft werden.

Zwar könne man auf Basis individueller Einschätzungen auch andere Personen impfen. Allerdings betont die STIKO, dass die voraussichtlich verfügbaren Impfstoffmengen nicht für die gesamte Bevölkerung ausreichen werden.

Damit könnte eine großflächige Erweiterung der Indikation zu einer Unterversorgung der Risikogruppen führen und damit kontraproduktiv sein. Zudem schätzt die Kommission die Schutzeffekte für die Gemeinschaft durch eine ausgeweitete Empfehlung als eher gering ein. Der Fokus liege weiterhin ganz klar auf den Risikogruppen.

In diesen sei es „unbedingt notwendig“, die Impfraten erheblich zu steigern. Die bisherige Beteiligung der über 60-Jährigen schätzt die Kommission als „völlig unzureichend“ ein. Und in den vergangenen zehn Jahren habe sich die Quote sogar kontinuierlich verschlechtert. Um diesem Missstand zu begegnen, müsse die Kommunikation verbessert werden, z.B. durch intensivierte Informationskampagnen.

Einen Grund, in diesem Jahr besonders früh mit der Impfung zu beginnen, sehen die Experten nicht. Auch nach Beginn der Influenzasaison sei eine Immunisierung noch sinnvoll.

Quelle: Robert Koch-Institut. Epid Bull 2020; 32/33: 28-30; DOI: 10.25646/7040


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